Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Verbraucherschutz Wandfarben, Seife und Apps – Jugend testet!

Ob Wandfarben, Flüssigseife oder Apps – auch in diesem Jahr haben sich Jugendliche beim Wettbewerb „Jugend testet“ wieder kreativ durch unterschiedliche Produkte und Dienstleistungen getestet. Die besten Tests hat die Stiftung Warentest gemeinsam mit Katarina Barley, Bundesjustizministerin, am 22. Juni in Berlin ausgezeichnet.

Wettbewerb „Jugend testet 2018“ Wettbewerb „Jugend testet 2018“ Guppenfoto der Gewinnerinnen und Gewinner Foto: Stiftung Warentest

Jährlich richtet die Stiftung Warentest den Wettbewerb „Jugend testet“ aus. So auch am 22. Juni 2018 in Berlin. Jugendliche von 12 bis 19 Jahren werden aufgefordert, Produkte und Dienstleitungen zu prüfen und zu bewerten. Ziel des Wettbewerbs ist es junge Menschen zu bewussten Verbrauchern zu machen, die Dinge, die ihnen Konzerne in Werbungen erzählen, kritisch hinterfragen. Die eingereichten Bewertungen werden dann von einer Jury, die sich aus Journalisten, Wissenschaftlern und Mitgliedern der Stiftung Warentest zusammensetzt, beurteilt. Neben der Originalität des Themas, beachtet die Jury auch die Systematik und Vollständigkeit bei der Prüfung der Produkte, sowie Verständlichkeit und Anschaulichkeit bei der Präsentation der Ergebnisse. Preise werden in den Kategorien Produkt- und Dienstleistungstests vergeben.


"Angesichts der Größe der Auswahl und oft intransparenter Märkte wird es für junge Verbraucherinnen und Verbraucher immer wichtiger, ihre Konsumbedürfnisse zu reflektieren und auf verlässliche Informationen zurückgreifen zu können. Deshalb will ich in meiner Arbeit einen Schwerpunkt auf den Bereich der "jungen Verbraucherpolitik" legen", Bundesjustizministerin Katarina Barley bei der Preisverleihung

In diesem Jahr wurden mehr als 500 Arbeiten bei der Stiftung Warentest eingereicht, wovon 86% Produkttests und 14% Tests von Dienstleistungen waren. Hubertus Primus, der Vorsitzende der Jury und der Stiftung Warentest, erklärte bei der Preisverleihung, dass es in diesem Jahr eine große Bandbreite an Produkten gab. So wurden neben klassischen Tests, wie beispielsweise von Pizza oder Nagellack, auch Tests von Feuerwehrhelmen, wasserdichten Handyhüllen, schwarzer Zahnpasta oder Hypnosewebseiten eingereicht.

Und die Gewinner sind:

Den dritten Platz der Produkttests, der mit 1500€ dotiert ist, erreichte eine Klasse aus Baden-Württemberg. Diese wollte ihr Klassenzimmer neu streichen, war sich dann aber bei der Wahl der Wandfarbe unsicher. Sie starteten ein großes Test- und Bewertungsverfahren, in dem sie beispielsweise Deckkraft, Trockenzeit und Nass- und Trockenabrieb verschiedener Wandfarben maßen und beurteilten. Zudem führten sie Farbintensität- und Geruchtests durch. Festgestellt wurde, dass teurere Wandfarben in beinahe allen Kategorien besser abschnitten als billige.
Den zweiten Platz in der Kategorie Produkttests, dotiert mit 2000€, gewann ebenfalls ein Schüler aus Baden-Württemberg. Dieser hatte 13 verschiedene vertikale Computermäuse auf Ergonomie, Verarbeitung und Funktionalität geprüft. Auch bei diesem Produkttest setzten sich die teureren Geräte durch.
Der erste Platz, welcher mit 2500€ dotiert ist, ging an eine 15-Jährige Schülerin aus Göttingen, die verschiedene Flüssigseifen auf Verteilbarkeit, Konsistenz, Schaumbildung, Homogenität, geruchs- und Bakterienentfernung geprüft hat. Sie fand heraus, dass teurere Seifen, nicht gleich besser als billigere Seifen sind und das Attribut sensitiv kein Garant dafür ist, dass die Seife hautschonend ist.

Der dritte Platz in der Kategorie Dienstleistungen wurde von fünf Schülern aus Baden-Württemberg gewonnen. Diese hatten verschiedene Apps zum Lernen von Vokabeln, auf Vielfältigkeit der Lernmethoden, Bedienung der App und Datenschutz geprüft.
Der zweite Platz der Dienstleistungstests ging an ein Team von Schülern aus Niedersachsen, welches Online-Fanshops für Animes und Mangas in Bezug auf Kundenfreundlichkeit, Warenangebot und Bestellprozess geprüft hatte.
Der erste Platz ging an drei Schüler aus Brandenburg. Sie prüften Sandspielflächen auf sichtbare Verunreinigungen, Pilzbefall, Sicherheit und Komfort. Ihr Ergebnis war erschreckend: In beinahe allen Sandkästen fanden sie Fäkalbakterien. Nur in Sandkästen, die über Nacht abgedeckt worden waren, fanden sie keine – stattdessen allerdings Pilze die unter der Abdeckung gut wachsen konnten.

Stiftung Warentest

Stiftung Warentest prüft Produkte und Dienstleistungen nach wissenschaftlichen Methoden in unabhängigen Instituten und veröffentlicht die Ergebnisse in ihren Publikationen. Sie finanziert sich überwiegend durch den Verkauf ihrer Publikationen, besonders der Zeitschriften test und Finanztest, sowie durch den Internetauftritt test.de und das Buchprogramm. Als Ausgleich für den Verzicht auf Werbeeinnahmen – etwa durch Anzeigen – erhält die Stiftung Mittel vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz. Die Zuwendung betrug 3,9 Millionen Euro im Jahr 2017 und 3,3 Mio. Euro im Jahr 2018.

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