Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Headline Veranstaltung Die neuen Verbraucher - Zukunft gemeinsam digital gestalten.

Das Projekt, welches von iRights e.V. organisiert und vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert wurde, beschäftigte sich mit Möglichkeiten des Verbraucherschutzes und der Verbraucheraufklärung für Migranten und Geflüchtete in Deutschland.

Die neuen Verbraucher Die neuen Verbraucher Foto: BMJV

Unter diesem Motto fand die Abschlussveranstaltung des Projektes „Die neuen Verbraucher“ am 19. Juni in Berlin statt. Das Projekt, welches vom iRights e.V. organisiert und vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert wurde, beschäftigte sich mit Möglichkeiten des Verbraucherschutzes und der Verbraucheraufklärung für Migranten und Geflüchtete in Deutschland.


Zur Veranstaltung waren neben Philipp Otto, dem Vorstand von iRights, auch Gerd Billen, der Staatssekretär im BMJV , sowie die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration Annette Widmann-Kauz und Ulrike Thalheim, eine Mitinitiatorin des Projektes, eingeladen. Ebenso dabei waren der Bestsellerautor Wladimir Kaminer, Fiona Krakenbürger, Programm-Managerin von Prototype Fund, und Ingmar Streese, der Geschäftsbereichleiter Verbraucherpolitik des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen. Zudem waren acht Geflüchtete, die direkt an der Entwicklung des Projektes beteiligt waren, anwesend.


Zu Beginn begrüßte Philipp Otto alle Gäste und hieß sie herzlich auf der Veranstaltung willkommen. Auf dieser Abschlussveranstaltung wolle er eine Bilanz der letzten Monate und Jahre ziehen. Im Zuge dieses Projektes seien viele digitale Angebote für Geflüchtete überprüft worden und schlussendlich solle Fazit gezogen werden, wie denn nun ein gutes digitales Angebot für Geflüchtete, auszusehen habe.


Danach sprach Gerd Billen darüber, dass wenn wir über Geflüchtete reden, wir uns zwar mit Statistiken und Zahlen beschäftigen, allerdings zu selten mit dem wirklichen Alltag der Menschen. Man solle mehr mit Geflüchteten reden, als nur über sie. Es sei wichtig Migranten den Einstieg in das Verbraucherleben zu erleichtern und sie im Alltag zu unterstützen. Dabei helfe die Digitalisierung, da diese den Austausch von Informationen vereinfache. Doch die Digitalisierung schaffe auch neue Probleme. So sei es durch die Digitalisierung zwar einfacher geworden an Informationen zu gelangen, es sei allerdings schwerer geworden gute Informationen herauszufiltern und sie von schlechten, falschen Informationen zu trennen. Dort müsse man die Geflüchteten verstärkt unterstützen. Dann sprach Staatsministerin Annette Widmann-Mauz darüber, dass Verbraucherschutz ein wichtiger Bestandteil der Integration sei und Geflüchtete zunächst einmal Konsumenten mit einem Nachteil auf dem Markt seien. Preisfallen seien sowohl online, als auch offline für sie schwer zu erkennen, weshalb für Geflüchtete Zugang zu sicheren und verständlichen Informationen über Verbraucherschutz geschaffen werde müssen.


Nun stellte Ulrike Thalheim die Projektergebnisse vor. Sie führte aus, dass gezielte und sinnvolle Verbraucheraufklärung zu Integration führe und sie während des Projektes viele verschiedene bestehende Informationsangebote für Geflüchtete analysiert, geprüft und bewertet haben. Zudem wurde sehr eng mit Geflüchteten zusammen gearbeitet. Es wurde mit Geflüchteten geforscht, nicht über sie. Die Ergebnisse des Projektes richten sich allerdings nicht nur an Geflüchtete, sondern ebenso an Anbieter von Informationsangeboten und Helfer. Mit den Ergebnissen des Projekts sollen nämlich nicht nur neue Informationsangebote geschaffen, sondern auch bestehende Informationsangebote verbessert werden. Sie erzählte außerdem über die Arbeit während des Projektes. So wurden beispielsweise neben der Prüfung von bestehenden Informationsangeboten, auch Praxischecks mit Helfern und Interviews mit Geflüchteten durchgeführt. Des Weiteren wurden sogenannte Alltagsbotschafter ausgebildet. Dies sind Geflüchtete, die anderen Geflüchteten in ganz Deutschland in Fragen über Verbraucherschutz aufklären und beraten. Acht dieser Alltagsbotschafter waren ebenfalls bei der Veranstaltung anwesend. Israa Alsasa, die selber als syrische Geflüchtete nach Deutschland kam, stellte fest, dass es in Deutschland deutlich mehr Verbraucherschutz als in Syrien gebe. So beschränke sich der Verbraucherschutz in Syrien auf Haltbarkeitsdaten auf Lebensmitteln. Nachdem sie die deutsche Sprache gelernt hatte, stellte sie fest, wie wichtig Verbraucherschutz sei, beispielsweise um Geflüchtete vor Preisfallen oder Bußgeldern zu schützen.


Bilanz ziehen - das wollte man mit dieser Abschlussveranstaltung. Ein erfolgreiches, sinnvolles Projekt wurde von einer gelungenen Abschlussveranstaltung gekrönt. Gerd Billen fasste am Ende die gesamte Arbeit des Projektes zusammen: „Es ist hinhören angesagt. Es ist verstehen angesagt.“