Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Veranstaltungen Justiz in der Verantwortung

Nach zwei Jahren der Restaurierung wurde die Ausstellung „Im Namen des Deutschen Volkes – Justiz und Nationalsozialismus“ am 8. März durch Staatssekretärin Christiane Wirtz im Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg wieder eröffnet.

Staatssekretärin Christiane Wirtz Mit Blick auf das Thema der Ausstellung mahnte Staatssekretärin Christiane Wirtz, eine klare Haltung gegen diskriminierende Ansichten und rassistische Hetze zu zeigen.

Es war ein wichtiges politisches Signal, als die Ausstellung „Im Namen des Deutschen Volkes – Justiz und Nationalsozialismus“ 1989 erstmals gezeigt wurde: Das Justizministerium stellt sich seiner eigenen Vergangenheit – auch wenn es weh tut.

Und auch nach fast zwei Jahrzehnten hat die Ausstellung nicht an Bedeutung und Aktualität verloren. „Justiz und Nationalsozialismus, das ist lange her. Dennoch ist es wichtig, sich auch heute immer wieder damit auseinanderzusetzen“, betonte Staatssekretärin Christiane Wirtz anlässlich der Wiedereröffnung. Die Ausstellung rege alle – ob Jurist oder nicht – dazu an, die Vergangenheit zu reflektieren und sich die Frage zu stellen: Wie hätte ich mich verhalten?

Dennoch sei es nicht das Ziel, besserwisserisch zu belehren, erklärte Gerhard Fieberg, Mit-Initiator und Autor der Ausstellung. Vielmehr stehe die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit der Justiz – in der Weimarer Republik, während der NS-Zeit und auch in der Nachkriegszeit – sowie die Erinnerung an die in der NS-Zeit verfolgten Juristen im Vordergrund.

Noch heute aktuell

Mit Blick auf das Thema der Ausstellung mahnte Staatssekretärin Christiane Wirtz, eine klare Haltung gegen diskriminierende Ansichten und rassistische Hetze zu zeigen. Sie appellierte insbesondere an Juristinnen und Juristen: „Für den Alltag und speziell für den Berufsalltag soll uns diese Ausstellung vor Augen führen, was passiert, wenn wir uns allen, und Juristinnen und Juristen im Speziellen, nicht klar machen, welche Verantwortung wir tragen. Denn wir haben immer die Wahl, das Anständigste aus uns herauszuholen, jeden Tag.“

Hintergrund

Die Ausstellung wurde erstmalig im Jahr 1989 eröffnet und war seinerzeit der erste ernsthafte, justizeigene Beitrag zur Auseinandersetzung mit der NS-Justiz und ihren Folgen. Ursprünglich war eine Laufzeit von vier Jahren mit maximal 13 Standorten geplant. Die Ausstellung stieß auf ein breites gesellschaftliches Interesse, dass die Erwartungen weit übertraf, sodass die Ausstellung schließlich 18 Jahre auf Wanderschaft an insgesamt 43 Standorten war.

2008 zog sie dann dauerhaft in die Räume des Oberverwaltungsgericht (OVG) Berlin-Brandenburg. In den vergangenen zwei Jahren wurden die Ausstellungstafeln rundum erneuert und werden von nun an, dank der Unterstützung des Präsidenten des OVG Joachim Buchheister, für weitere zehn Jahre im OVG zu sehen sein.