Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Die Akte Rosenburg Zwischen Licht und Schatten der Vergangenheit

Gemeinsam mit der Präsidentin des Landgerichts Berlin, Frau Gabriele Nieradzik, hat Bundesminister Heiko Maas am 22. Juni die Wanderausstellung „Die Rosenburg – das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit“ im Landgericht Berlin eröffnet. Die Ausstellung ist ein Teil der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit des Ministeriums.

Heiko Maas während seiner Eröffnungsrede Zwischen Licht und Schatten der Vergangenheit Es wurde eine Ausstellung konzipiert, die die zwei Seiten der Rosenburg zeigt: einerseits die Vorderseite, die helle Fassade – andererseits die Rückseite, die Schattenseite mit ihren dunklen Hintergründen. Foto: photothek

1957 - Die Führungspositionen des Ministeriums, die Abteilungs- und Referatsleiterposten, sind allesamt mit glänzenden Juristen besetzt. Alle sind ausgewiesene Experten ihres Faches: Dreher, Tröndle, Lackner, Dallinger, Kleinknecht und viele mehr. Doch zu dieser glänzenden Fassade gehört auch eine dunkle Rückseite. 76 Prozent des Führungspersonals waren ehemalige NSDAP-Mitglieder, 20 Prozent gehörten vor 1945 der SA an.

Was so lange im Schatten lag, sollte endlich ans Licht kommen. 2012 setzte das Ministerium daher eine Unabhängige Wissenschaftliche Kommission ein, die den Umgang des Ministeriums mit seiner NS-Vergangenheit in den Anfangsjahren der Bundesrepublik erforschte. 2016 wurde der Abschlussbericht „Die Akte Rosenburg. Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit“ vorgestellt.

öffentliche Auseinandersetzung mit der Geschichte

Doch die historischen Erkenntnisse sollten nicht nur zwischen zwei Buchdeckeln verschwinden, sondern alle erreichen. Mit diesem Ziel geht die Ausstellung „Die Rosenburg – das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit“ nach der Eröffnung in Berlin nun auf Wanderschaft. „Die Ausstellung soll gerade kein Museumsstück sein“, erklärte auch Bundeminister Maas in seiner Eröffnungsrede. „Sie gehört mitten unter die Menschen, die heute im Dienst von Recht und Gerechtigkeit stehen. Denn sie ist auch ein Appell, nicht zu verdrängen, welches Unrecht deutsche Gesetze und Gerichte in der Vergangenheit angerichtet haben. Die Ausstellung erinnert uns daran, das jeder einzelne von uns Verantwortung dafür trägt, dass sich ähnliches Unrecht niemals wiederholt.“

Auf insgesamt 9 Stelen bringt die Ausstellung die Vergangenheit des Ministeriums sprichwörtlich ans Licht. Überdimensionale Bürolampen erleuchten die ehemals dunkle Seite und die Verstrickung in das NS-Unrecht. Mit Zeitzeugenberichten, Opfer- und Täterbiografien sowie beispielhaften Gesetzestexten arbeitet die Ausstellung die Vergangenheit auf.

Die Ausstellung ist bis zum 9. Juli 2017 der Öffentlichkeit zugänglich in den Räumen des Landgerichts Berlin, Dienststelle Littenstraße, Littenstraße 12-17, 10179 Berlin-Mitte (werktags von 9:00 – 18:00 Uhr und am Wochenende von 10:00 – 16:00 Uhr). Als nächste Station wird sie im Landgericht Bonn zu besichtigen sein und kommt zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung am 26. und 27. August 2017 ins Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz nach Berlin zurück.