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Thema Gesellschaft Botschafter für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet

Auf Tassen und T-Shirts steht es in großen Lettern: DemokratiebeschützerIn. Mit diesen zogen die rund 450 Jugendlichen des Jugendkongresses des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (BfDT) durch Berlin. Am 23. Mai 2017 fanden sie und zahlreiche Gäste sich im Kino Delphi im Berliner Westen ein, um fünf Botschafter für Demokratie und Toleranz zu ehren.

André Wagenzik Botschafter für Toleranz und Demokratie Das Bündnis für Demokratie und Toleranz veranstaltet jährlich am 23. Mai einen Festakt zum Tag des Grundgesetzes.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz veranstaltet jährlich am 23. Mai einen Festakt zum Tag des Grundgesetzes. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden verschiedene gesellschaftliche Vereinigungen zu Botschaftern für Demokratie und Toleranz ernannt und für ihr Engagement mit einem Preis, der jeweils mit 5000€ dotiert ist und eine der bedeutendsten bundesweiten Anerkennungen darstellt, ausgezeichnet.

Der Parlamentarische Staatssekretär im BMJV, Christian Lange, übergab als Vertreter eines der beiden Verfassungs- und damit Gründungsressorts des BfDT die Urkunden an die fünf Botschafter und fand für jedes einzelne der Projekte Worte des Dankes und der Anerkennung. So sprach er Ibrahim Arslan Respekt für sein Engagement aus. Arslan überlebte den furchtbaren Anschlag auf ein Wohnhaus in Mölln 1992 als 10jähriger. Seine Großmutter, die ihn rettete, seine Cousine und Schwester, verbrannten. Er geht heute an Schulen und lehrt Jungen wie Alten, dass nicht Hass und Vergeltung eine Gesellschaft besser machen, sondern Zusammenhalt und Mitgefühl. Im Gespräch mit der Botschafterin Hetav Tek (djo) zeigte er sich offen gegenüber der Forderung der Herabsetzung des Wahlalters. „Wir leben nicht in einer Zuschauerdemokratie. Für mich ist die Herabsetzung des Wahlalters auf 16 Jahre denkbar.“

Lange zeichnete ebenfalls das „Schorndorfer Bündnis gegen Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus“ aus, welches Informationsveranstaltungen an Schulen fördert, interreligiöse Lernabende begleitet, zu verschiedenen Themen Ausstellungen organisiert und Diskussionsrunden leitet sowie Sprachförderung anbietet. Das Bündnis setzt sich aus ehrenamtlichen Mitgliedern von Verbänden, Parteien, Kultureinrichtungen, Gewerkschaften, Kirchen sowie privat engagierten Bürgerinnen und Bürger zusammen.

"Nicht länger einfach zusehen, wie ich sich Rechtsextremismus und Intoleranz verfestigen, das war der Antrieb der vielen Ehrenamtlichen im Schorndorfer Bündnis. Seit 16 Jahren stemmen sie gemeinsam kleine und große Projekte, um Menschen einander näher zu bringen. Dabei ist es egal an welchen Gott sie glauben, wie lange sie schon im Rems-Murr-Kreis leben oder welchen Bildungsweg sie gegangen sind. Sie schauen nicht weg wo Gewalt und Ausgrenzung stattfinden, sondern suchen das Verbindende und zeigen Haltung. Dieses Engagement neben dem Beruf oder der Schule ist nicht hoch genug zu bewerten. Wir verdanken diesen Menschen viel. Auch deshalb ist es mir eine besondere Ehre, dieses Projekt mit dem bundesweiten Preis am Tag des Grundgesetzes auszuzeichnen."
Parlamentarischer Staatssekretär Christian Lange

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