Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Verbraucherschutz Alltagsbotschafter besuchen BMJV

„Ich habe über deutsche Webseiten schon viel über das Leben in Deutschland und auch über den Verbraucherschutz gelernt“, „Ich habe schon viel darüber gelernt, was bei der Wohnungssuche in Deutschland wichtig ist“ oder „Ich konnte viele Informationen zu Handy-Verträgen mit anderen Flüchtlingen teilen“ – diese und andere Erfahrungen berichteten sieben aus Syrien geflüchtete junge Leute, die auf Einladung des BMJV am 19. Mai 2017 das Bundesministerium besuchten.

Die sieben Alltagsbotschafter gemeinsam mit Mitarbeitern des Projekts und dem Parlamentarischen Staatssekretär Ulrich Kelber. Besuch von Alltagsbotschaftern Das Projekt richtet sich an digital affine Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive sowie an haupt- und ehrenamtliche Flüchtlingshelfer, Sozialarbeiter und sonstige Multiplikatoren.

Im Rahmen des Projekts „Die neuen Verbraucher – Verbraucherinformationen für digital affine Flüchtlinge sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren“ des iRights e.V. hatten sie gemeinsam mit ihren Betreuerinnen aus dem Projekt und dem Projektnehmer die Möglichkeit, das BMJV kennen zu lernen und gleichzeitig über die bisherigen Erkenntnisse aus dem Projekt zu berichten.

Das vom BMJV geförderte Projekt richtet sich gezielt an digital affine junge Menschen, die aus ihrem Heimatland geflüchtet sind. Mit ihnen soll gemeinsam erarbeitet werden, ob bereits existente Online-Verbraucherinformationen verständlich sind, von den Flüchtlingen als nützlich empfunden werden und ob die Informationen am „richtigen Standort“ zu finden sind. Es sollen bestehende Informationslücken gefunden und Verbesserungsmöglichkeiten gesucht werden.

Hilfreiche Tipps für den Alltag

Die Flüchtlinge werden dabei als sogenannte Alltagsbotschafter geschult, damit sie die Informationen als Multiplikatoren an die Familie, Freunde und Bekannte weiter geben können. Ziel des Projektes ist es, ihre Kompetenz als Verbraucher zu stärken und Selbsthilfepotentiale zu wecken.

Die jungen Besucher berichteten darüber, dass sie ihren Freunden schon wertvolle Hinweise über den zum Teil komplexen deutschen Verbraucheralltag geben konnten. Nach ihren Erfahrungen seien Verbraucherinformationen online für Flüchtlinge oft nicht auffindbar. Ein Problem sei auch die Sprache. Zunächst hätten sie gar nicht gewusst, was Verbraucherschutz eigentlich bedeutet. Heute wüssten sie schon sehr viel über das Anliegen des Verbraucherschutzes, etwa wenn es um sogenannte „doppelte Handyverträge“ oder den Abschluss von Mietverträgen gehe. Hier hätten sie Freunden und Familienmitgliedern schon hilfreiche Tipps geben können.

Auch zwei junge Schwestern aus Damaskus, die für den Besuch im BMJV morgens aus Hamburg angereist waren, konnten schon viele ihrer Erfahrungen im Bekanntenkreis weitergeben oder Freunde über die Bedeutung des Verbraucherschutzes im Alltag informieren.

An den Parlamentarischen Staatssekretär Ulrich Kelber, der sie im BMJV begrüßte, hatten aber auch die Alltagsbotschafter selbst viele Fragen: „Warum wird in Deutschland nicht die Lebensmittelampel eingeführt?“ oder „Was passiert mit meinen Daten in den sozialen Medien“ wollen die jungen Leute u.a. wissen.

Bundesweite Vernetzung

Ziel des Projekts ist auch die Verbesserung der Kooperation – sowohl der Flüchtlinge untereinander als auch mit den Institutionen. Dabei soll die bundesweite Vernetzung mit Flüchtlingshelfern und Institutionen helfen.

Das im Oktober 2016 gestartete und vom BMJV geförderte Projekt „Die neuen Verbraucher” arbeitet mit mehreren hundert Geflüchteten zusammen, um Leerstellen beim zielgruppenspezifischen Verbraucherschutz zu ermitteln und die Bedürfnisse von Geflüchteten mit guter Bleibeperspektive in Deutschland als Verbraucherinnen und Verbraucher in den Blick zu nehmen. Das interaktive Projekt wird vom gemeinnützigen iRights e.V. durchgeführt.

neueverbraucher@irights.info
iRights e.V.
Projekt „Die neuen Verbraucher“
Almstadtstr. 9/11
10119 Berlin