Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Verbraucherschutz Gerd Billen: „Bei Ankaufportalen genau hinsehen“

Der Staatssekretär im BMJV, Gerd Billen, besuchte am 7. November in Potsdam die Verbraucherzentrale Brandenburg. Gemeinsam mit der Staatssekretärin im Verbraucherschutz-Ministerium Brandenburg, Anne Quart, informierte er sich dort über das Marktwächter-Projekt zu Ankaufportalen.

Staatssekretär Billen (BMJV) und Staatssekretärin Quart (MdJEV) mit VZB-Geschäftsführer Rumpke zu Besuch bei der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam (v.r.n.l.) Staatssekretär Billen (BMJV) und Staatssekretärin Quart (MdJEV) mit VZB-Geschäftsführer Rumpke zu Besuch bei der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam (v.r.n.l.) Foto: Karla Fritze

Bundesweit haben Verbraucherinnen und Verbraucher hier die Möglichkeit unlautere Geschäftspraktiken von Internet-Ankaufportalen zu melden.

„Die Verbraucherzentrale Brandenburg überprüft mit ihrem Marktwächter-Team den digitalen Wareneinkauf auf Verstöße und Intransparenz. Das Team macht durch seine Arbeit auf Missstände und gegebenenfalls gesetzgeberische Lücken aufmerksam und klärt Verbraucherinnen und Verbraucher über unrechtmäßige Anbieter und ihre Rechte, dagegen vorzugehen, auf.“
Gerd Billen, Staatssekretär im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Die Portale kaufen zum Beispiel Smartphones, Bücher oder CDs von Verbrauchern. Ein Portal verspricht Verbraucherinnen und Verbrauchern zum Teil überhöhte Ankaufspreise ohne deutlich zu machen, dass diese Angaben unverbindlich sind. Nachdem Verbraucherinnen und Verbraucher ihre Waren dorthin geschickt hatten, korrigierte das Portal sein Angebot aber deutlich nach unten. Wollte der Verbraucher unter diesen Umständen dem Verkauf nicht zustimmen, bekam er seine Ware nicht wieder, sondern sollte zunächst eine den Kaufpreis übersteigende Bearbeitungsgebühr bezahlen. „Das ist leider kein Einzelfall“, so VZB-Geschäftsführer Dr. Christian A. Rumpke. Probleme bei der Geschäftsabwicklung von Ankaufportalen finden sich derzeit zuhauf. „Wir prüfen diese Fälle und mahnen unlautere Anbieter auch ab“, berichtete der Verbraucherschützer den beiden Staatssekretären.

Staatssekretärin Anne Quart unterstrich die Bedeutung der Verbraucherbildung bei diesem Projekt: „Wir wollen das Wissen über die Zusammenhänge in unserer digitalen Gesellschaft künftig auch im Rahmen der Verbraucherbildung verstärkt in die Klassenzimmer bringen.“

Über das Projekt Marktwächter Digitale Welt
Der Marktwächter Digitale Welt ist ein Frühwarnsystem, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den digitalen Markt aus Perspektive der Verbraucher beobachten und analysieren. Grundlage für diese Arbeit sind Verbraucherbeschwerden, empirische Untersuchungen und ein Onlineportal. Mit dem Marktwächter Digitale Welt können auch Aufsichts- und Regulierungsbehörden wie zum Beispiel die Bundesnetzagentur bei ihrer Arbeit unterstützt werden.
Der Marktwächter Digitale Welt setzt sich aus fünf Schwerpunktverbraucherzentralen zusammen, die jeweils ein Handlungsfeld des digitalen Marktes näher untersuchen: Bayern – Digitale Dienstleistungen, Brandenburg – Digitaler Wareneinkauf, Nordrhein-Westfalen – Nutzergenerierte Inhalte, Rheinland Pfalz – Digitale Güter und Schleswig Holstein – Telekommunikationsdienstleistungen. Der Marktwächter Digitale Welt wird gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV).

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