Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Verbesserung der Qualität von Sachverständigengutachten in Kindschaftssachen

Im Koalitionsvertrag für die 18. Legislaturperiode haben sich SPD, CDU und CSU zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit mit den Berufsverbänden die Qualität von Gutachten insbesondere im familiengerichtlichen Bereich zu verbessern, denn in der Vergangenheit wurde beanstandet, dass gerichtliche Gutachten in Kindschaftssachen teilweise nicht die erforderliche Qualität aufwiesen.

Der Gesetzgeber hat mit dem Gesetz für zur Änderung des Sachverständigenrechts erstmals konkrete berufliche Qualifikationsanforderungen an Sachverständige in Kindschaftssachen festgelegt.

Die Neuregelungen im Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit (FamFG) beinhalten berufliche Qualifikationsanforderungen an den Sachverständigen in Kindschaftssachen, die dieser mindestens erworben haben muss, um eine dem jeweiligen Einzelfall entsprechende fachlich qualifizierte Begutachtung sicherzustellen. Nach § 163 Absatz 1 FamFG ist in Verfahren über die elterliche Sorge, das Umgangsrecht, das Recht auf Auskunft über die persönlichen Verhältnisse des Kindes und die Kindesherausgabe das Gutachten durch einen geeigneten Sachverständigen zu erstatten, der mindestens über eine psychologische, psychotherapeutische, kinder- und jugendpsychiatrische, psychiatrische, ärztliche, pädagogische oder sozialpädagogische Berufsqualifikation verfügen soll. Verfügt der Sachverständige über eine pädagogische oder sozialpädagogische Berufsqualifikation, ist der Erwerb ausreichender diagnostischer und analytischer Kenntnisse durch eine anerkannte Zusatzqualifikation nachzuweisen.

Diese Mindestvorgaben zur Berufsqualifikation dienen einer fachlich fundierten Sachverständigentätigkeit und damit zugleich einer Qualitätsverbesserung in der Begutachtung.

Gesetz zur Änderung des Sachverständigenrechts und zur weiteren Änderung des Gesetzes über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit

Zudem haben die Berufsverbände unter Begleitung des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz Mindestanforderungen an die Qualität von Sachverständigengutachten im Kindschaftsrecht entwickelt. Die Mindestanforderungen sollen in der Rechtsanwendung und in der Gutachtenpraxis Handlungsgrundlage werden, indem sie einerseits die Richtschnur einer wissenschaftlich fundierten Begutachtung und anderseits eine zuverlässige Entscheidungsgrundlage für das Familiengericht sind.

Mindestanforderungen an die Qualität von Sachverständigengutachten im Kindschaftsrecht

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