Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz

DokumenttypZitat | Datum15. Februar 2017 | Person Heiko Maas„In Deutschland darf es keine Kinderehen geben. Kinder gehören nicht an den Traualtar.“

Heiko Maas zu Kinderehen gegenüber der Saarbrücker Zeitung

„In Deutschland darf es keine Kinderehen geben. Kinder gehören nicht an den Traualtar.

Wir müssen die derzeitige Rechtslage deutlich verschärfen. Wir dürfen keine Ehe anerkennen, die für junge Mädchen und Frauen ein Albtraum gewesen ist.

Uns geht es darum, dass im Ausland geschlossene Ehen von Kindern nach deutschem Recht nicht anerkannt werden – und zwar umfassender und schneller als bisher. Heiraten darf grundsätzlich erst, wer 18 Jahre ist. Auch Ehen in der Gruppe der 16- bis 18-jährigen sollen im Grundsatz nicht anerkannt werden. In diesen Fällen kann in ganz besonderen Härtefällen eine Einzelfallprüfung sinnvoll sein: Wenn zum Beispiel eine Frau mit 17 Jahren in den USA geheiratet hat, später drei Kinder bekommen hat, zwanzig Jahre lang eine glückliche Ehe geführt hat und dann mit ihrem Mann nach Deutschland zieht, sehen wir wenig Gründe dafür, warum diese Ehe zwingend für null und nichtig erklärt werden muss. Ganz wichtig ist uns: Bei jeder Entscheidung muss immer das Wohl der betroffenen Frau im Mittelpunkt stehen. Deswegen: Wir werden auch sicherstellen, dass die Minderjährigen in jedem Fall unmittelbar nach der Einreise vom Ehegatten getrennt und in die Obhut des Jugendamtes genommen werden.

Auf dieser Linie haben wir - wie angekündigt - bereits im vergangen Herbst einen Entwurf erarbeitet, den wir sehr gründlich mit den Regierungsfraktionen im Bundestag beraten haben.

Nachdem diese nun ihre grundsätzliche Zustimmung dazu signalisiert haben ist klar: Wir werden jetzt alles dafür tun, damit ihn das Kabinett sehr schnell beschließen kann. Wir werden den Entwurf noch diese Woche in die Ressortabstimmung geben.

Wir sind uns alle einig, unser gemeinsames Ziel ist: Minderjährige müssen so gut wie möglich geschützt werden.“