Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Veranstaltungen „9. November 1989 – 25 Jahre friedliche Revolution“

„9. November 1989 – 25 Jahre friedliche Revolution“– unter diesem Titel würdigte das BMJV am gestrigen Montagabend, den 3. November, die historischen Ereignisse, die an jenem Abend zum Fall der Mauer führten.

Gruppenfoto Festveranstaltung 9. November 1989 - 25 Jahre friedliche Revolution Gruppenfoto Festveranstaltung 9. November 1989 - 25 Jahre friedliche Revolution

Der Anstoß für die gestrige Veranstaltung war der historische Ort:
Im heutigen Dienstsitz des Ministeriums in der Mohrenstraße 37/38 fand am 9. November 1989 die Pressekonferenz statt, bei der Günter Schabowski eher „beiläufig“ die Reisefreiheit für DDR-Bürgerinnen und –Bürger verkündete. Noch am selben Abend siegte die „friedliche Revolution“ und alle innerdeutschen Grenzübergänge waren geöffnet.

Den knapp 300 Gästen wurde ein vielseitiges Programm geboten: Christian „Kuno“ Kunert – ehemaliges Mitglied der „Renft Combo“ - begleitete die Abendveranstaltung musikalisch. Moderator Hans-Ulrich Jörges befragte die Zeitzeugen Peter Brinkmann und Edda Schönherz zu ihren ganz persönlichen Erlebnissen. Schönherz verbrachte auf Grund von „staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme“ u.a. zur bundesdeutschen Botschaft in Budapest insgesamt drei Jahre in Hohenschönhausen und dem wohl berüchtigtsten Frauenzuchthaus der DDR in Hoheneck/Stollberg in Haft.
Brinkmann stellte als ehemaliger BILD-Journalist in der Pressekonferenz am 9. November 1989 die Frage nach dem Inkrafttreten der neuen Reiseregelung, auf die Schabowski mit den heute historischen Worten „Das tritt nach meiner Kenntnis…ist das sofort, unverzüglich.

Bundesminister Heiko Maas machte in seiner anschließenden Rede deutlich, dass ihm die Veranstaltung nicht nur auf Grund des historischen Ortes, aber insbesondere vor dem Hintergrund der historischen Verantwortung des Bundesjustizministeriums am Herzen liege. „Die DDR war das Gegenteil von einem Rechtsstaat. Sie war ein Unrechtsstaat und ihre Justiz war ein Handlanger dieses Unrechts.“ Den Mut und die Kompromisslosigkeit der Gegner dieses Systems und ihr unerbittliches Engagement für eine friedliche Revolution hob er dabei besonders lobend hervor: „Das Geheimnis des Glücks ist die Freiheit, das Geheimnis der Freiheit aber bleibt der Mut!

Im Anschluss fand ein Podiumsgespräch mit Dr. Klaus Kinkel, Bundesminister und Vizekanzler a.D., Katrin Hattenhauer, Bürgerrechtlerin und Mitglied der DDR-Opposition, Prof. Hans Walter Hütter, Präsident der Stiftung „Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“, Georg Mascolo, Journalist, und Bundesminister Heiko Maas statt. Dabei wurden nicht nur persönliche Eindrücke der Nacht des 9. November 1989 geschildert, sondern gleichermaßen die gesellschaftlichen Entwicklungen der vorangegangenen Monate, das Einheitsempfinden nach dem Fall der Mauer und die Auswirkungen auf unsere gesamtdeutsche Gesellschaft bis heute diskutiert.

Zusatzinformationen

Rückblick: Vergangene Veranstaltungen