Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

DokumenttypPressemitteilung | Datum22. Juni 2017Eröffnung der Rosenburg-Wanderausstellung

Bundesminister Heiko Maas hat gemeinsam mit der Präsidentin des Landgerichts Berlin, Frau Gabriele Nieradzik, am 22. Juni die Wanderausstellung „Die Rosenburg – das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit“ im Landgericht Berlin eröffnet.

Die „Rosenburg“ in Bonn war von der Gründung der Bundesrepublik bis 1973 der Sitz des Bundesministeriums der Justiz. 2012 setzte das Ministerium eine Unabhängige Wissenschaftliche Kommission ein, die den Umgang der Behörde mit der NS-Vergangenheit in den Anfangsjahren der Bundesrepublik erforschen sollte. Nachdem im Oktober 2016 der Abschlussbericht der Forschungsgruppe unter dem Titel „Die Akte Rosenburg. Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit“ vorgestellt wurde, werden die Ergebnisse nun zum ersten Mal in einer umfassenden öffentlichen Wanderausstellung einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

„Die Ausstellung soll gerade kein Museumsstück sein“, so Maas in seiner Eröffnungsrede. „Sie gehört mitten unter die Menschen, die heute im Dienst von Recht und Gerechtigkeit stehen. Denn sie ist auch ein Appell, nicht zu verdrängen, welches Unrecht deutsche Gesetze und Gerichte in der Vergangenheit angerichtet haben. Die Ausstellung erinnert uns daran, das jeder einzelne von uns Verantwortung dafür trägt, dass sich ähnliches Unrecht niemals wiederholt.“

Die Präsidentin des Landgerichts Berlin, Gabriele Nieradzik, betonte: „Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich Geschichte in abgewandelter Form wiederholt, weshalb ein Bewusstsein über strukturelle Anfälligkeiten unerlässlich ist.“

Durch die Ausstellung sollen die Erkenntnisse der „Akte Rosenburg“ einem breiten Publikum vorgestellt und dadurch das Bewusstsein für das historische Unrecht geschärft werden. Die Ausstellung „Die Rosenburg – Das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit“ wird in den nächsten Monaten durch die Bundesrepublik wandern.

Die Ausstellung ist bis zum 9. Juli 2017 der Öffentlichkeit zugänglich in den Räumen des Landgerichts Berlin, Dienststelle Littenstraße, Littenstraße 12 – 17, 10179 Berlin-Mitte (werktags von 9:00 – 18:00 Uhr und am Wochenende von 10:00 – 16:00 Uhr), Dort wurde im Jahr 1994 auch die Ausstellung des Bundesjustizministeriums „Im Namen des Volkes? – über die Justiz im Staat der SED“ eröffnet.

Als nächste Station wird die Ausstellung im Landgericht Bonn zu besichtigen sein. Zum Tag der offenen Tür der Bundesregierung am 26. und 27. August 2017 wird sie der Öffentlichkeit im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz präsentiert.

Die Ausstellung gliedert sich in neun Bereiche. Jeder Ausstellungsbereich wird durch eine Stele repräsentiert, die sich in Form von Zeitzeugenberichten, Opfer- und Täterbiografien sowie beispielhaften Gesetzestexten dem jeweiligen Thema annähert. Die Stelen vermitteln an vielen Stellen die Doppelgesichtigkeit des Ministeriums: Sie stellen einer hellen Vorderseite eine dunkle Rückseite gegenüber. Einerseits das glänzende Expertentum vieler Juristen, andererseits deren dunkle Vergangenheit und tiefe Verstrickung in das NS-Unrecht. Dieser Eindruck wird durch die Ausstellungsgestaltung noch verstärkt. So vermitteln die gekippten und verzerrten Formen der Ausstellungswände ein Gefühl der Verstörung und Haltlosigkeit. Überdimensionale Bürolampen bringen sprichwörtlich ans Licht, was lange Zeit im Schatten lag.

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.