Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

DokumenttypInterview | Datum22. Februar 2014 | Person Heiko MaasHaftstrafen für Dopingsünder!

In Deutschland wird seit Jahren über ein Anti-Doping-Gesetz gestritten. Jetzt kündigt Bundesjustizminister Heiko Maas (47, SPD) exklusiv in BILD Haftstrafen für Doping-Sünder an.

Interviewpartner/in: Heiko Maas
Autor/in: Franz Solms-Laubach, Stephan Haselberger
Medium: Bild
Ausgabe: 45, Seite 10 vom 22. Februar 2014

BILD: Wann steht das Gesetz gegen dopende Sportler?

Heiko Maas: "Wir wollen gemeinsam mit dem Innenminister möglichst noch in diesem Jahr ein Doping-Gesetz auf den Weg bringen. Sowohl der Besitz als auch die Anwendung von Doping-Mitteln sollen unter Strafe gestellt werden. Doping-Sündern und Doping-Ärzten drohen dann Haftstrafen von bis zu 5 Jahren. Wir sind es der Mehrheit der ehrlichen Sportler schuldig, endlich zu handeln."

BILD: Wettkampf-Sperren für dopende Sportler genügen nicht?

Heiko Maas: "Nein, Sperren allein reichen nicht. Wir brauchen die Besitzstrafbarkeit: Schon der Besitz geringer Mengen von Doping-Mitteln wird unter Strafe gestellt. Das gilt sowohl für die Zeit der Sportwettkämpfe selbst als auch für die Vorbereitungs- und Trainingszeit. Es droht gedopten Sportlern also künftig nicht mehr nur die Wettkampfsperre, sondern das Gefängnis."

BILD: Wie wollen Sie dafür sorgen, dass dopende Sportler öfter erwischt werden?

Heiko Maas: "Es muss in Zukunft noch mehr verdachtsunabhängige Doping-Kontrollen und bessere Kontrollmethoden geben. Wir wollen die Doping-Fahnder stärken und der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA dafür mehr Mittel zur Verfügung stellen. Das haben wir im Koalitionsvertrag vereinbart."

BILD: Lässt sich die Doping-Mafia im Sport so zerschlagen?

Heiko Maas: "Das neue Doping-Strafrecht ist eine Ansage, dass wir den Kampf nicht nur gegen dopende Sportler, sondern auch gegen deren Hintermänner verschärfen. Es hilft den Strafverfolgungsbehörden, Doping-Netzwerke wirksam zu zerschlagen. Es geht ja neben den dopenden Sportlern natürlich auch um die Hintermänner, die den Betrug ermöglichen und daran noch verdienen."