Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Veranstaltungen Rosenburg-Ausstellung in Düsseldorf eröffnet

Nach Berlin und Bonn macht die Wanderausstellung „Die Rosenburg – das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit“ nun in Düsseldorf Halt. Gemeinsam mit dem Staatssekretär der Justiz des Landes Nordrhein-Westfalen, Dirk Wedel, eröffnete der Präsident des Landgerichts Dr. Bernd Scheiff am 15. März 2018 die Wanderausstellungim Landgericht Düsseldorf.

Blick in die Ausstellung Rosenburg-Ausstellung in Düsseldorf eröffnet Es wurde eine Ausstellung konzipiert, die die zwei Seiten der Rosenburg zeigt: einerseits die Vorderseite, die helle Fassade – andererseits die Rückseite, die Schattenseite mit ihren dunklen Hintergründen. Foto: photothek

Mehr als 160 Gäste waren zur Eröffnung der Ausstellung ins Landgericht Düsseldorf gekommen. Diese ist Teil der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit des Ministeriums – diese lag lange Zeit im Schatten – vor einigen Jahren aber begann das BMJV damit, sie tiefer zu untersuchen und an die Öffentlichkeit zu bringen. 2012 setzte das Ministerium eine Unabhängige Wissenschaftliche Kommission ein, die den Umgang des Ministeriums mit seiner NS-Vergangenheit in den Anfangsjahren der Bundesrepublik erforschte. 2016 wurde der Abschlussbericht „Die Akte Rosenburg. Das Bundesministerium der Justiz und die NS-Zeit“ vorgestellt.

Doch die historischen Erkenntnisse sollten nicht nur zwischen zwei Buchdeckeln und auf rund 600 Seiten verschwinden, sondern alle erreichen – aus der „Akte Rosenburg“ wurde die Wanderausstellung „Die Rosenburg – Das Bundesjustizministerium im Schatten der NS-Vergangenheit“.

Dies hob auch Bernd Scheiff, Präsident des Düsseldorfer Landgerichts, in seiner Eröffnungsrede hervor: „Geschichte ist wichtig und wir müssen gegen das Vergessen – vor allem allzu schnelles und bequemes Vergessen – kämpfen.“

Ein Neuanfang mit altem Personal

Die Wanderausstellung wurde so konzipiert, dass sie die zwei Seiten der Rosenburg deutlich zeigt: einerseits die Vorderseite, die helle Fassade – andererseits die Rückseite, die Schattenseite mit ihren dunklen Hintergründen.

An einer Stele der Ausstellung wird dieser Gegensatz von Hell und Dunkel, von Fassade und Hintergrund besonders deutlich – sie zeigt den Organisationsplan des Ministeriums aus dem Jahr 1957. Die Führungspositionen des Ministeriums, die Abteilungs- und Referatsleiterposten, sind allesamt mit glänzenden Juristen besetzt. Alle sind ausgewiesene Experten ihres Faches: Dreher, Tröndle, Lackner, Dallinger, Kleinknecht und viele mehr. Doch zu dieser glänzenden Fassade gehört auch eine dunkle Rückseite. 76 Prozent des Führungspersonals waren ehemalige NSDAP-Mitglieder, 20 Prozent gehörten vor 1945 der SA an.

Auf insgesamt 9 Stelen bringt die Ausstellung die Vergangenheit des Ministeriums sprichwörtlich ans Licht. Überdimensionale Bürolampen erleuchten die ehemals dunkle Seite und die Verstrickung in das NS-Unrecht. Mit Zeitzeugenberichten, Opfer- und Täterbiografien sowie beispielhaften Gesetzestexten arbeitet die Ausstellung die Vergangenheit auf.

Die Ausstellung ist bis zum 31. Mai 2018 in den Räumen des Landgerichts Düsseldorf, Werdener Straße 1, 40227 Düsseldorf (Montag bis Freitag 08:00 – 16:00 Uhr) für die Öffentlichkeit zugänglich. Zusätzlich ist sie am Samstag 21. April 2018 und am Sonntag 06. Mai 2018 von 10:00 – 16:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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