Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Verbraucherschutz „App-gezockt und spielend ausgehorcht?“

Gerd Billen, Staatssekretär im BMJV, und Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im BMFSFJ, haben am 5. Juli im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz eine gemeinsame Veranstaltung von jugendschutz.net und der Stiftung Warentest zum Jugend-, Daten- und Verbraucherschutz bei Spiele-Apps eröffnet.

Gerd Billen während seiner Rede im Gustav-Heinemann-Saal im BMJV „App-gezockt und spielend ausgehorcht?“ Wegen der besonderen Verbraucherschutz-Anforderungen an Apps hat das BMJV einen Prozess mit wichtigen Stakeholdern zu einem Best Practice aus Verbraucherschutzsicht aufgesetzt. Foto: BMJV

Aktuelle Tests der 50 populärsten Spiele-Apps haben zum Teil erhebliche Mängel gezeigt. Nicht eine der Spiele-Apps wurde von Stiftung Warentest und jugendschutz.net als unbedenklich eingestuft. Diese aktuellen Testergebnisse wurden auf der Veranstaltung vorgestellt und von Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft diskutiert. Dabei ging es auch um Verbesserungen und konkrete Handlungsempfehlungen an Politik und Wirtschaft. Die Veranstaltung geht auf ein entsprechendes, gemeinsam vom BMFSFJ und BMJV gefördertes Verbraucherinformationsprojekt zurück. Die Testergebnisse sind im aktuellen Heft der Stiftung Warentest nachzulesen.

„Eltern und Kinder wissen oft nicht, was bei einer App mit ihren Daten geschieht, wer daran verdient und wie die Produktbedingungen aussehen. Deshalb brauchen wir mehr Transparenz und Verbrauchersouveränität bei Apps. Apps müssen sicherer und fairer werden, gerade wenn es um Angebote für unsere Jüngsten geht.“
Verbraucherstaatssekretär Gerd Billen

Kinder- und Jugendstaatssekretär Dr. Kleindiek: „Um verlässlich entscheiden zu können, ob eine App für ihr Kind geeignet ist, brauchen Eltern zuverlässige und übersichtliche Angaben zu Inhalten, Kommunikation, Kosten und Datenströmen. Es muss ‚elternleicht‘ sein, dass Eltern ihrer Verantwortung gegenüber ihren Kindern gerecht werden. Wir müssen Kinder vor Interaktionsrisiken schützen und dies auch im Jugendschutzgesetz verankern. Zusammen mit der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien wollen wir Eltern, Kindern und Jugendlichen klare Orientierungshilfen dafür geben, inwiefern sich Angebote um die Sicherheit ihrer jungen Nutzerinnen und Nutzer kümmern und kindgerechte Kommunikation gewährleisten.“

Verbraucherschutz bei Apps

Verbraucherschutz bei Apps ist im BMJV seit Längerem ein zentrales Thema. Wegen der besonderen Verbraucherschutz-Anforderungen an Apps hat das BMJV einen Prozess mit wichtigen Stakeholdern zu einem Best Practice aus Verbraucherschutzsicht aufgesetzt. Im Mittelpunkt zahlreicher Gespräche standen Maßnahmen und Kriterien, die Apps aus Datenschutz-, Verbraucherschutz- und Jugendschutzsicht erfüllen sollten. Im Februar diesen Jahres haben die mitwirkenden App-Store-Anbieter, App-Entwickler, App-Tester sowie Verbraucher-, Daten- und Jugendschützer – darunter auch jugendschutz.net und die Stiftung Warentest – gemeinsam eine umfangreiche Orientierungshilfe vorgelegt. Sie kann auf der Homepage des BMJV abgerufen werden. Alle Teilnehmer sind bestrebt, ihre Vorschläge zu verbraucherfreundlichen Apps im Spiegel von Praxiserfahrungen kontinuierlich fortzuschreiben und neuen Entwicklungen anzupassen.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend fördert weitere Informationsangebote für Eltern, Kinder und Jugendliche: Das Deutsche Jugendinstitut (DJI) pflegt eine Datenbank, in der die wichtigsten Apps für Kinder pädagogisch bewertet sind. Die App-Rezensionen finden sich auch auf der Website gutes-aufwachsen-mit-medien.de. Der Empfehlungsdienst „Klicktipps“ bietet im Erwachsenenbereich eine Übersicht über gute Kinder-Apps. Grundlegende Empfehlungen zur Medienerziehung finden sich in dem Medienratgeber „Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien macht.“