Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Verbraucherschutz Braucht es eine eigene „Junge Verbraucherpolitik?“

Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter von Jugendorganisationen kamen am 7. Juni 2017 im BMJV zusammen, um über das Thema „Junge Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen eine junge Verbraucherpolitik?!“ zu diskutierten.

Teilnehmende während des Workshops an einem großen Tisch Braucht es eine eigene „Junge VerbraucherInnen-Politik?“ Am Ende des Workshop-Tages war man sich einig: Es braucht eine junge Verbraucherpolitik!

Begrüßt wurden Sie von Staatssekretär Gerd Billen. Ziel der Zukunftswerkstatt war es, eine Analyse der Bedürfnisse junger Menschen zwischen 14 und 30 Jahren vorzunehmen, da heraus mögliche neue Themenfelder zu identifizieren und erste Ideen für Handlungsempfehlungen zu erarbeiten.

Die Diskussionen im Workshop wurden durch eine Auswertung aktueller Studien des Jugendforschers Professor Dr. Claus Tully (FU Berlin) unterstützt. Professor Tully beschreibt die heutige Jugend darin als geprägt von der Individualisierung von Konsum- und Lebensstilen, kürzeren Planungshorizonten, sich verändernden Institutionenbezügen und der Digitalisierung.
„Die nach 1980 geborenen sog. „millennials“, erwarten eine Rundumversorgung, sie wollen „serviciert“ werden. Sie sind Impulskäufer“, berichtete auch Matthias Rohrer vom Institut für Jugendkulturforschung in Wien. „Der Zeichenwert des Produktes, also das Lifestylepotential einer Marke und die Emotionen sind für diese Generation wichtiger als der Gebrauchswert“.

Eine durch das BMJV beauftragte aktuelle forsa-Umfrage bot Anlass, sich mit einer Verbraucherpolitik für junge Menschen (14 bis 30 Jahre) zu befassen. In der Frage, ob die Bedürfnisse junger Leute in der Verbraucherpolitik alles in allem ausreichend berücksichtigt werden, zeigte sich dabei unter den Befragten ein geteiltes Meinungsbild. 48 Prozent haben den Eindruck, dass die Bedürfnisse der Jüngeren in der Verbraucherpolitik ausreichend Berücksichtigung finden, ebenfalls 48 Prozent sehen dies nicht so.

Im Hinblick auf das Informationsverhalten beim Erwerb von Produkten zeigt die Untersuchung, dass sich die große Mehrheit der Befragten in den meisten Fällen vor dem Kauf eines neuen Produktes darüber informiert. Insgesamt fühlt sich die große Mehrheit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Verbraucheralltag gut gerüstet und den Anforderungen gewachsen und hat Vertrauen in den Staat als Garant für sichere Produkte und Dienstleistungen, so Dr. Peter Matuschek von forsa. Jugendkulturforscher Matthias Rohrer hielt dem entgegen, junge Konsumentinnen und Konsumenten gäben sich kritischer und informierter als sie seien.

Am Ende des Workshop-Tages war man sich einig: Es braucht eine junge Verbraucherpolitik! Davon ausgehend, dass die junge Generation ihre Erwartungen, ihr Konsumverhalten und ihre Lebensstile auch im fortgeschritten Lebensalter aufrechterhält, ist ein „Update“ der Verbraucherpolitik für die Verbraucherinnen und Verbraucher nötig.