Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Justiz Fachsymposium zur DNA-Analyse in der Forensik

Am 21. März 2017 hat im BMJV ein Fachsymposium zur den Möglichkeiten und Grenzen der forensischen DNA-Analyse stattgefunden.

Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz In seinem Eingangsstatement wies Bundesminister Heiko Maas auf die Chancen und Risiken einer solchen gesetzlichen Änderung hin. Foto: BMJV

Führende Wissenschaftler auf dem Gebiet der molekulargenetischen Forschung, darüber hinaus Experten im Verfassungsrecht, der Biomedizin und -ethik sowie der Sozialwissenschaft aus dem In- und Ausland diskutierten über eine mögliche gesetzliche Ausweitung der Analyse von DNA-Spuren im Zusammenhang mit Straftaten.

In seinem Eingangsstatement wies Bundesminister Heiko Maas auf die Chancen und Risiken einer solchen gesetzlichen Änderung hin. Der kriminaltechnische Fortschritt biete viele Möglichkeiten, Straftaten besser aufzuklären, zugleich seien DNA-Spuren und ihre Auswertung fehleranfällig und würden Rückschlüsse auf viele persönliche Daten zulassen:

„Wir wollen uns auf diesem Symposium damit beschäftigen, wie wir diese Technik in Zukunft nutzen wollen. Aber es wird auch um die größere Frage gehen, ob wir alles, was wir technisch können, auch wirklich wollen, und das vor allem unter rechtlichen Gesichtspunkten. Was ist technisch möglich, was kriminalistisch sinnvoll, was ethisch vertretbar und was nach dem Grundgesetz überhaupt erlaubt? Deswegen ist es so wertvoll, dass hier Rechtsmediziner, erfahrene Ermittler, Ethiker und Verfassungsrechtler zusammenkommen, um sich mit unserer Frage aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln zu beschäftigen, weil Sie es in ihrer Praxis schon längst vielfach getan haben. Einige bringen auch Erfahrungswerte aus dem Ausland mit, etwa aus den Niederlanden, Österreich oder Großbritannien, wo die Gesetze weiter gefasst sind als bei uns in Deutschland. Ich freue mich, dass Sie heute dieses Wissen austauschen und mit uns teilen wollen. Das hilft uns dabei, uns darüber klar zu werden, wo wir hinwollen – und wo die Grenzen liegen.“
Bundesminister Heiko Maas

Auf dem Symposium sprachen folgende Wissenschaftler:

  • Prof. Dr. Peter Schneider, Leiter des Bereichs Forensische Molekulargenetik am Institut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Köln. Er ist Vorsitzender der Gemeinsamen Spurenkommission der rechtsmedizinischen und kriminaltechnischen Institute.
  • Prof. Dr. Manfred Kayser, Leiter des Departments für Genetische Identifizierung am Erasmus MC University Medical Center Rotterdam.
  • Dr. Ingo Bastisch, Leiter des Fachbereichs DNA-Analytik – KT 31 – des Kriminaltechnischen Instituts des Bundeskriminalamts.
  • Prof. Dr. Marion Albers, Inhaberin des Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Informations- und Kommunikationsrecht, Gesundheitsrecht und Rechtstheorie an der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität Hamburg. Sie forscht an der Schnittstelle von Recht und Soziologie und war etwa auch Sachverständige in der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages „Ethik und Recht der modernen Medizin“.
  • Prof. Dr. Barbara Prainsack, Fachbereich für Global Health & Social Medicine am King’s College London. Sie forscht an der Schnittstelle von Sozialwissenschaft und Bioethik und hat u.a. zur Ethik der forensischen DNA-Analyse publiziert. Darüber hinaus ist sie in verschiedenen Ländern Mitglied von Kommissionen, die Regierungen zu diesem Thema beraten.
  • Prof. Dr. Veronika Lipphardt, University College Freiburg an der Universität Freiburg / Dr. Matthias Wienroth, King’s College London, Sozial- und Erziehungswissenschaftler am King´s College, London; beide Mitverfasser des Offenen Briefs Freiburger Wissenschaftler zu DNA-Analysen in der Forensik.