Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Gesellschaft Studien zum Urheberrecht im digitalen Zeitalter veröffentlicht

Um für die rechtspolitischen Diskussionen über das Urheberrecht im digitalen Zeitalter eine bessere empirische Grundlage zu schaffen, hatte das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz zwei Studien in Auftrag gegeben, die am 25. April vorgelegt wurden.

Heiko Maas gemeinsam mit Prof. Dietmar Harhoff bei der Übergabe der Studie Die Studien bieten eine Basis für die weitere Arbeit und für die öffentliche Diskussion in diesem Politikfeld. In einem strukturierten Prozess werden politische Konzepte entwickelt, wie künftig mit dem Urheberrecht in der digitalisierten Welt umgegangen werden soll. Foto: BMJV

Die Digitalisierung ist ein wesentlicher Treiber für Innovationen und das Entstehen neuer Geschäftsmodelle. Internetbasierte Wertschöpfungsprozesse verändern zunehmend die Rahmenbedingungen für kreatives Schaffen, sie eröffnen aber auch neue Möglichkeiten der Verbreitung und Nutzung unterschiedlichster Inhalte. Entsprechend wird auch das Urheberrecht vor neue Herausforderungen gestellt.

Prof. Dietmar Harhoff vom Max-Planck-Institut für Innovation und Wettbewerb übergab die zusammen mit Prof. Dr. Reto M. Hilty verfasste Studie „Urheberrecht und Innovation in digitalen Märkten“ an den Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas.

„Die Projekte der Startups von heute sind die Geschäftsmodelle von morgen. Wir wollen Trends und Tendenzen identifizieren, damit wir plausible Modelle für künftige Regeln entwickeln können. Die Studie wird uns dabei ganz wesentlich helfen: Sie liefert einen guten Überblick über die Geschäftsideen von Gründern und geht der Frage nach, wie diese mit urheberrechtlich geschützten Inhalten umgehen.“
Bundesminister Heiko Maas anlässlich der Übergabe der Studie

Die Komplexität des geltenden Urheberrechts führt häufig zu Unsicherheiten bei den Rechtsanwendern. Das gilt besonders für Startups, bei denen ganz unterschiedliche kreative Inhalte Verwendung finden. Dies ist eine zentrale Erkenntnis aus der Studie, in deren Rahmen 40 Startups mit internetbasierten Geschäftsmodellen befragt wurden.

Die Studie beruht auf einer interdisziplinären Analyse der Tätigkeit der Startups, ihrer Geschäftsmodelle und ihres Umgangs mit kreativen Inhalten. Durch diesen Ansatz, der neben der juristischen auch auf der technischen und ökonomischen Expertise des Max-Planck-Instituts aufbaut, gelingt ein umfassender Überblick über die Tätigkeit der teilnehmenden Unternehmen. Das Gutachten versteht sich als Beitrag zur Empirie und verzichtet bewusst auf konkrete Handlungsempfehlungen an den Gesetzgeber.

Die ebenfalls heute präsentierte Studie von Prof. Dr. Christian Handke (Universität Rotterdam) befasst sich mit der „Urhebervergütung im digitalen Zeitalter“. Die Studie – eine Auswertung der hierzu verfügbaren wissenschaftlichen Literatur – macht deutlich, dass die Wertschöpfung mit kreativen Inhalten und die faire Vergütung Kreativer in der digitalen Welt sehr unterschiedlich organisiert werden können. Sie liefert einen Beitrag zur Ökonomie des Urheberrechts, einem in Deutschland bisher nur wenig behandelten Feld.

Das BMJV wird die heute vorgelegten Studien auswerten. Sie bieten eine Basis für die weitere Arbeit und für die öffentliche Diskussion in diesem Politikfeld. In einem strukturierten Prozess, werden politische Konzepte entwickelt, wie künftig mit dem Urheberrecht in der digitalisierten Welt umgegangen werden soll.

„Was bedeutet die Digitalisierung für das Urheberrecht?“ Diese Frage diskutieren am 26. April im Rahmen einer Veranstaltung des Debatten- und Meinungsforums 360grad:

Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz,
Martin Kretschmer, Professor für Immaterialgüterrecht an der Universität Glasgow und Direktor von CREATe,
Florian Drücke, Geschäftsführer des Bundesverbandes Musikindustrie e. V. und
Philipp Otto, Gründer und geschäftsführender Partner des iRights.Lab

Mehr Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.