Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Gesellschaft „Hildegard-Margis-Saal“ im BMJV eingeweiht

Benannt nach der deutschen Frauenrechtlerin und Verlegerin Hildegard Margis, weihte Staatssekretär Gerd Billen gemeinsam mit den Enkeln Margis‘, Dr Christina von Braun und Carola von Braun, am 17. März den neuen „Hildegard-Margis-Saal“ im BMJV ein.

Staatssekretär Gerd Billen neben den beiden Enkelinnen von Hildegard Margis, Dr. Christina von Braun und Carola von Braun DrStaatssekretär Gerd Billen neben den beiden Enkelinnen von Hildegard Margis, Dr. Christina von Braun und Carola von Braun Foto: BMJV

Frauenrechtlerin, Verlegerin, Politikerin und Widerstandskämpferin – Hildegard Margis (* 31. Mai 1887 in Posen; † 30. September 1944 in Berlin) engagierte sich in vielen Bereichen. Sie war Bezirksverordnete der nationalliberalen Deutschen Volkspartei (DVP), als Vertreterin der Verbraucherinteressen Mitglied des Reichswirtschaftsrats.
Bekannt wurde sie aber auch als Gründerin einer der ersten Verbraucherorganisationen Deutschlands. Ihr Hauswirtschaftlicher Einkaufs-, Beratungs- und Auskunftsdienst – kurz Heibaudi – stand Verbraucherinnen und Verbrauchern beratend zur Seite.

Bereits zuvor gründete Margis eine Zeitschrift, die Verbraucherinformationen an Privathaushalte und Zeitungen verteilte. Schnell wurde diese erfolgreich, denn die Industrie brachte ständig neue Produkte auf den Markt von denen Verbraucherinnen und Verbraucher meist nicht wussten, wie man damit umgehen sollte.
Zusammen mit der Deutschen Verlags-Anstalt gründete Hildegard Margis 1928 den Verlag für Hauswirtschaft und brachte Kochbücher und Expertisen zu Haushaltsfragen heraus. 1930 schloss sie einen Vertrag mit dem Ullstein Verlag und gab eine Reihe von Texten zu Frauenfragen heraus.

Nach 1933 wurden ihre Organisation und ihre Publikationsreihen bei Ullstein und der Deutschen Verlags-Anstalt „arisiert“. Ab 1942 schloss sich Margis den Widerstandskämpfern „Freies Deutschland“ an. Nach ihrer Verhaftung im September 1944 starb sie schließlich am 20. September 1944 im Frauengefängnis Barnimstraße.

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