Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Gesellschaft Sportpolitisch historischer Tag: Bundestag beschließt Gesetz zur Bekämpfung von Doping im Sport

Der Deutsche Bundestag hat am 13. November das Gesetz zur Bekämpfung von Doping im Sport in 2. und 3. Lesung beschlossen.

Menschen laufen einen Marathon. Das Gesetz ist eine Kampfansage an alle Doper. Es schützt die ehrlichen Athleten. Foto: photocase.de

In seiner Rede im Bundestag betonte Bundesminister Heiko Maas noch einmal die Bedeutung des Gesetzes, auch für die Bewerbung der Hansestadt Hamburg für die Olympischen Spiele 2024.

Doping widerspricht den Grundwerten des Sports. Gedopte Sportler verstoßen gegen das „fair play“ und untergraben die Integrität des Sports.Mit der künftigen Strafbarkeit des Selbstdopings und des uneingeschränkten Besitzes solcher Substanzen wird ein neues Kapitel in der Dopingbekämpfung aufgeschlagen. Nur mit einer effektiven Dopingbekämpfung kann die Glaubwürdigkeit des Sports erhalten werden. Wir gehören mit dem neuen Gesetz international jetzt sicher zu den Vorreitern. Mit unserem Anti-Doping-Gesetz unterstützen wir die Olympiabewerbung Hamburgs. Bewerber aus einem Land, in dem es ein Anti-Doping-Gesetz gibt, sollten einen Vorteil haben gegenüber Bewerbern, bei denen es keine solchen Gesetze gibt. Unser gemeinsames Signal muss sein: Doping hat im Sport nichts zu suchen.

Hintergrund

Mit dem Gesetz zur Bekämpfung von Doping im Sport wird ein neues Stammgesetz zur Dopingbekämpfung geschaffen. Darin werden die Rechtsvorschriften zur Dopingbekämpfung gebündelt und auch die bisherigen Vorschriften des Arzneimittelgesetzes überführt. Die bisher im Arzneimittelgesetz geregelten Verbote werden um neue Tatbegehungsweisen („herstellen“, „Handel treiben“, „veräußern“, „abgeben“, „in oder durch den Geltungsbereich dieses Gesetzes zu verbringen“) deutlich erweitert.

Der Gesetzentwurf verbietet auch ausdrücklich die Anwendung von Dopingmethoden und schafft erstmalig ein strafbewehrtes Verbot des Selbstdopings. Damit werden gezielt dopende Leistungssportlerinnen und Leistungssportler erfasst, die beabsichtigen, sich mit Doping Vorteile in Wettbewerben des organisierten Sports zu verschaffen.
Außerdem soll künftig der Erwerb und Besitz von Dopingmitteln zum Zwecke des Selbstdopings ohne mengenmäßige Beschränkung strafbar sein. Voraussetzung ist, dass mit den Dopingmitteln beabsichtigt wird, sich in einem Wettbewerb des organisierten Sports Vorteile zu verschaffen.

Sportlern, die Reue zeigen, wird eine „goldene Brücke“ gebaut: Es ist ein persönlicher Strafaufhebungsgrund mit der Folge der Straffreiheit vorgesehen, wenn der Sportler oder die Sportlerin vom Selbstdoping Abstand nimmt und durch die Aufgabe der Verfügungsgewalt über das Dopingmittel freiwillig dafür sorgt, dass er oder sie nicht mehr der Integrität des Sportes schaden kann.

Die Auswirkungen der strafrechtlichen Sanktionsnormen zur Bekämpfung des Dopings im Sport sollen fünf Jahre nach dem Inkrafttreten des Gesetzes durch die federführenden Ressorts – Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, Bundesministerium des Innern und Bundesministerium für Gesundheit – überprüft werden.