Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Thema Verbraucherschutz Finanzmarktwächter nehmen Versicherungsmarkt unter die Lupe

Verbraucherschutzminister Heiko Maas informierte sich am 11. Juni 2015 bei einem Besuch der Verbraucherzentrale Hamburg über die Arbeit des neuen Finanzmarktwächters.

Der Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas steht zusammen mit eine Gruppe von Mitarbeitern des VZBV Hamburg. Finanzmarktwächter nehmen Versicherungsmarkt unter die Lupe Heiko Maas gemeinsam mit (v.l.n.r.): Sandra Klug (Teamleiterin FinanzmarktmächterVerbraucherzentrale Hamburg), Dr. Günter Hörmann (Vorstand Verbraucherzentrale Hamburg), Cornelia Prüfer-Storcks (Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg) und Dorothea Mohn, Teamleitung Finanzen Verbraucherzentrale Bundesverband Foto: Christian Martin / Verbraucherzentrale Hamburg

Heiko Maas, Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, machte sich in der Verbraucherzentrale Hamburg selbst ein Bild vom Aufbau und der Arbeit des Finanzmarktwächters bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Diese untersucht im Rahmen des Projekts Finanzmarktwächter den Versicherungsmarkt. Daher stand auch die Situation der Verbraucherinnen und Verbraucher im Versicherungsmarkt bei diesem Besuch im Fokus.

„Der Finanzmarktwächter ist ein wichtiges Projekt, um den Verbraucherschutz in Deutschland zu stärken“, betonte Maas. „Die Hamburger Verbraucherzentrale kümmert sich um den Versicherungsmarkt, für den die Privathaushalte fast 190 Milliarden Euro im Jahr ausgeben, das sind im Durchschnitt über 2.300 Euro für jeden Bürger. Daher ist es richtig, dass der Finanzmarktwächter dieses wichtige Thema für Verbraucher genau untersucht.

Bessere Information für Verbraucher

Gegenstand einer aktuellen Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg sind die sogenannten „Standmitteilungen“. Verbraucher mit Lebens- oder Rentenversicherung erhalten diese jährlich von ihren Versicherern. Sie sollen helfen, den Status des Versicherungsproduktes und die späteren Leistungen einzuschätzen. Aus Beratungsgesprächen wissen die Verbraucherzentralen: Diese Schreiben enthalten häufig uneinheitliche und für Verbraucher zum Teil verwirrende Informationen.

Um eine bessere Datenbasis zu erhalten, können Verbraucher deshalb ihre Standmitteilungen an die Verbraucherzentrale Hamburg schicken. Im Rahmen des Finanzmarktwächters werden diese auf Transparenz und Nachvollziehbarkeit analysiert. Die Untersuchung soll auch Aufschluss darüber geben, wie sich die Beteiligung an den Bewertungsreserven seit 2008 verändert hat und wie sich die Neuregelungen in der Lebensversicherung auf Verbraucher auswirken.

Die Untersuchung des Finanzmarktwächters ist ein Beitrag für mehr Klarheit über die tatsächliche Situation von Verbrauchern im Bereich Lebensversicherungen. Durch die Niedrigzinsphase geraten Lebensversicherungen unter Druck: Sie bewirkt, dass Kapitalerträge der Versicherer sinken und Fragen zur dauerhaften Erfüllbarkeit von Versicherungsverträgen auftauchen. Mit dem Lebensversicherungsreformgesetz haben Versicherer die Möglichkeit, auf Probleme aufgrund des Niedrigzinsumfelds reagieren zu können.

Über den Finanzmarktwächter:
Der Finanzmarktwächter ist ein Frühwarnsystem, mit dem der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und die Verbraucherzentralen den Finanzmarkt aus Perspektive der Verbraucher beobachten und analysieren. Grundlage für diese Arbeit sind Verbraucherbeschwerden und empirische Untersuchungen. Mit seinen Erkenntnissen können auch Aufsichts- und Regulierungsbehörden wie zum Beispiel die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) unterstützt werden. Im Rahmen des Finanzmarktwächter beobachten und analysieren fünf Schwerpunk-Verbraucherzentralen ausgewählte Handlungsfelder des Finanzmarktes: Baden-Württemberg für Geldanlage und Altersvorsorge, Bremen für Immobilienfinanzierung, Hamburg für Versicherungen, Hessen für den Grauen Kapitalmarkt sowie Sachsen für Bankdienstleistungen und Konsumentenkredite.
Der Finanzmarktwächter wird gefördert durch das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz.

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