Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

Studie zur Beratungsdokumentation im Geldanlage- und Versicherungsbereich erschienen

Nur jede vierte Verbraucherin bzw. Verbraucher bekommt nach Beratungsgesprächen im Geldanlage- und Versicherungssektor eine Beratungsdokumentation.

Studie zur Beratungsdokumentation im Geldanlage- und Versicherungsbereich erschienen Studie zur Beratungsdokumentation im Geldanlage- und Versicherungsbereich erschienen Foto: Thinkstock

Dies gilt jedenfalls dann, wenn es nach dem Beratungsgespräch zu keinem Vertragsabschluss kommt. Das zeigt nun eine von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie des Institutes für Transparenz (ITA). Das Institut schickte Testkunden in insgesamt 119 Beratungsgespräche. Nur in 29 Fällen erhielten die Kunden anschließend eine Beratungsdokumentation. Der Geldanlagebereich schnitt mit einer Quote von 39,1 % gegenüber dem Versicherungsbereich mit einer Quote von 15,1 % besser ab. Im Bereich der Geldanlage stellt dies einen Gesetzesverstoß dar, da hier die Dokumentation unmittelbar nach dem Beratungsgespräch ausgehändigt werden muss. Die nicht repräsentative Studie gibt damit Hinweise auf die Praxis der Beratungsdokumentation.

Dazu Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz Heiko Maas: „In der Praxis gibt es bei der Beratungsdokumentation offensichtlich große Defizite. Wenn überhaupt nur jeder vierte Kunde ein Protokoll bekommt, dann ist der Zweck der Beratungsdokumentation nicht erfüllt. Wir werden die Ergebnisse des Gutachtens mit Branchenvertretern, Wissenschaft und Verbraucherverbänden besprechen. Unser Ziel wird es sein, dass die Beratungsdokumentation ihrer Funktion gerecht wird. Die Beratungsprotokolle sollen qualitativ hochwertige Beratung sicherstellen. Unnötige Bürokratie nutzt Niemandem. Nur solche Lösungen, die für die Anlageberater praktikabel sind, werden am Ende auch den Verbraucherinnen und Verbrauchern nutzen."