Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

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Kreidesmilie auf einer Schultafel

Thema Verbraucherschutz Verbraucherbildung

Verbraucherbezogene Einstellungen, Sichtweisen und Entscheidungen begleiten uns das ganze Leben über, zudem in jedem Lebensalter und in unterschiedlichen Situationen anders. Kaufentscheidungen für Waren ganz unterschiedlicher Art - Lebensmittel, Handys (Smartphones), Möbel und viele andere mehr, aber auch von Versicherungen, Gesundheitsgüter oder Finanzdienstleistungen spielt eine wichtige Rolle. Das erfordert viel Wissen um die Produkte, ihren Gebrauch und Verbrauch. Aber auch die Reflexion über die eigene Konsumweise, die durch die aktuellen wirtschaftlichen, technologischen, gesellschaftlichen und politischen Strukturen geprägt wird, ist von hoher Bedeutung. Gute Verbraucherbildung begleitet die eigene Entwicklung ein Leben lang.

  • Wissen zu erwerben und anzuwenden,
  • gute Konsumentscheidungen in einer vielfältigen Warenwelt zu treffen,
  • das eigene Verbraucherverhalten im Kontext von Wirtschaft und Gesellschaft eigenständig und kritisch zu reflektieren sowie
  • Orientierung an Ethik und Werte in das eigene Verbraucherhandeln einzubeziehen

Diese Punkte stehen im Mittelpunkt der Prozesse der Persönlichkeitsentwicklung, die Verbraucherbildung in den verschiedenen Lebensphasen anstoßen und begleiten will. Verbraucherbildung folgt einem ganzheitlichen Anspruch und fordert ein, vielfältige Alltagskompetenzen für ein möglichst selbstbestimmtes Verbraucherhandeln zu erwerben und Urteilsfähigkeit auszubilden – in Verantwortung für sich und andere.
Die Verbraucherpolitik unterstützt Einrichtungen, die sich der Verbraucherbildung widmen und fördert Bildungsprojekte mit unterschiedlichen Zugängen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf den Lebensphasen, in denen verbraucherpolitische Grundeinstellungen gelegt und frühzeitig Wissen erworben wird.

Verbraucherbildung ist mehr als nur Verbraucherinformation. Verbraucherbildung leitet zur Reflexion an vermittelt uns Wissen und diejenigen Fähigkeiten, die wir als kritischer Konsument benötigen.

Das BMJV fördert daher verschiedene Institutionen und Modellprojekte der Verbraucherpolitik:

Verbraucherbildung des Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.

Die Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv) hat das „Schulportal für Verbraucherbildung“ ins Leben gerufen. Auf der Seite finden Sie umfassende Informationen, aktuelle Meldungen, vertiefende Hintergrundartikel sowie Interviews mit Experten rund um das Thema Verbraucherbildung.

Der Materialkompass

Eine hilfreiche Plattform für Lehrkräfte ist der Materialkompass. Hier können Unterrichtsmaterialien zu den Verbraucherbildungsthemen:

  • Finanzen,
  • Gesundheit & Ernährung,
  • Nachhaltiger Konsum sowie
  • Medien und Verbraucherrecht

gesucht – und für den Unterricht herunterladen werden.

Im Materialkompass stellt der vzbv Unterrichtsmaterialien von verschiedenen Anbietern, wie zum Beispiel von Verbänden, Verlagen, Institutionen der öffentlichen Hand oder Wirtschaftsunternehmen, zur Verfügung. Die bereitgestellten Materialien werden zuvor durch eine unabhängige Expertengruppe geprüft – und die Ergebnisse anhand von Schulnoten und einer Sternchenskala neben dem einzelnen Material veröffentlicht. So wissen Lehrkräfte, welche Qualität die im Netz kostenfrei erhältlichen Materialien haben.

Das BMJV unterstützt derzeit im Rahmen des Projekts „Entwicklung eines Lehrkräfteportals für digitale Kompetenzen“ die Bewertung von Unterrichtsmaterialen mit Bezug zur Digitalen Welt.

MitVerantwortung – Bildungsprojekt der Stiftung Jugend und Bildung

Unser Handeln als Verbraucher hat Einfluss auf Ökonomie, Gesellschaft und Umwelt. Daher sollten wir auf nachhaltiges Konsumieren achten. Mit dem Projekt „MitVerantwortung“, hat die Stiftung Jugend und Bildung u.a. ein Wissensportal gegründet, auf dem Unterrichtsmaterialien, -medien und monatlich erscheinende Arbeitsblätter rund um das Thema Verbraucherverantwortung sowie Corporate Social Responsibility (CSR – die freiwillige Verantwortung von Unternehmen für eine nachhaltige Entwicklung), angeboten werden. Die Unterlagen können kostenfrei auf der Seite heruntergeladen werden.

Auf einem eigenen Youtube-Kanal zeigt „MitVerantwortung“ Kurzfilme zu den Themen Konsum, Verbraucherverantwortung, CSR und nachhaltiger Produktion und bringt Jugendlichen so die Notwendigkeit von Verantwortung beim Kauf von Produkten oder der Inanspruchnahme von Dienstleistungen näher.

Das Projekt „MitVerantwortung“ wurde im Jahr 2008 ins Leben gerufen und vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz gefördert.

Die Stiftung Jugend und Bildung wurde 2005 gegründet. Ihr Zweck ist die Förderung von Erziehung und Bildung Jugendlicher. Mit ihren Projekten wendet sich die Stiftung an Kinder und Jugendliche sowie an die mit ihrer Ausbildung verantwortlichen Personen wie Eltern, Lehrkräfte oder Jugend- und Sportverbände.

Schülermagazin: Kauf mit Köpfchen

Mit dem Schülermagazin „Kauf mit Köpfchen klärt das Projekt „MitVerantwortung“ Jugendliche über ihre Rolle und Verantwortung als Verbraucher auf. In den Beiträgen können sie nachlesen, wo die Produkte, die sie kaufen, herkommen – oder wie sie produziert werden. Damit lenkt das Online-Magazin den Blick auf ein nachhaltiges Kaufverhalten – und stärkt Jugendliche in ihrer Verantwortung als junge Verbraucher.

SchnittStellen – Bildungprojekt zum nachhaltigen Konsum

Das Verbrauchbildungsprojekt "SchnittStellen" will durch die Auseinandersetzung mit dem Schwerpunktthema Liefer- und Wertschöpfungsketten auf die Bedeutung von gemeinschaftlicher Verantwortung in einer globalisierten Welt aufmerksam machen. Vor allem junge Leute sollen in ihrer gesellschaftlichen Rolle als verantwortungsvolle Verbraucher bestärkt werden, indem sie sich mit den komplexen Zusammenhängen in einer globalen Wirtschaft vertraut machen. Das Projekt wird vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) gefördert und ist Teil der weltweiten, europäischen und nationalen Initiativen für nachhaltige Bildung.

Bündnis für Verbraucherbildung – Deutsche Stiftung Verbraucherschutz

Die Deutsche Stiftung Verbraucherschutz – gegründet durch den vzbv und seine Mitglieder und finanziell durch Stiftungskapital des Bundes unterstützt – fördert durch verschiedene Projekte die Verbraucherarbeit in Deutschland. Neben der Information und Beratung in Verbraucherangelegenheiten, zählt insbesondere auch die Verbraucherbildung zu ihren Aufgaben.

Um zu gewährleisten, dass Kindern und Jugendlichen ein ausreichendes Angebot zur Verbraucherbildung sowohl in der Schule als auch außerhalb zur Verfügung gestellt wird, hat die Stiftung das Bündnis für Verbraucherbildung gegründet.
In dem Bündnis haben sich Vertreter aus Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und Verbraucherschutz zusammengeschlossen, um gemeinsam die Verbraucherbildung im Schulsystem voranzubringen.

Verbraucherschulen als Modellschulen

Das Bündnis ist auch Projektträger der sogenannten Verbraucherschulen. Diese setzen im Schulalltag verstärkt auf das Thema Verbraucherbildung und bereiten Kinder und Jugendliche so auf ein verantwortungsvolles Leben als Konsument vor.

Als Verbraucherschule können sich alle allgemeinbildenden Schulen bewerben, wenn sie die verbraucherrelevanten Themen:

  • Finanzen,
  • Medien,
  • Ernährung/Gesundheit und
  • Nachhaltigkeit

im Unterricht abdecken und fest in die Lehrpläne integrieren.

Verbraucherbildung in Schulen

Kevin wünscht sich seit langem ein Smartphone. Leider fehlt ihm das nötige Geld, um sich das teure Gerät zu kaufen. In einem Handyshop erfährt er, dass er das Smartphone auch auf Raten kaufen kann. Dafür müsse er nur einen Kredit aufnehmen, sagt ihm der Verkäufer. „Na endlich“, denkt sich Kevin – und freut sich schon auf sein neues Handy. Über die damit verbundenen finanziellen Verpflichtungen hat er nicht nachgedacht.

Häufig wissen Kinder nicht, sorgsam mit Konsumgütern und finanziellen Folgen umzugehen. Um kritisch Konsumieren zu können, müssen wir bestimmte Konsum- und Alltagskompetenzen erlernen. Woher soll Kevin in dem Beispiel wissen, dass der Kauf des neuen Smartphones auf Raten nicht sinnvoll ist? Oder wer sagt Kindern, dass Vitaminpräparate frisches Obst und Gemüse nicht ersetzen?
Damit wir ein gesundes Selbstverständnis beim Konsumieren entwickeln, ist eine frühe Vermittlung von Verbraucherkompetenzen wichtig.

Die Kultusminister der Länder (also diejenigen Minister, die unter anderem für den Bereich Schule und Bildung verantwortlich sind), haben auf der Kultusministerkonferenz 2013 („Verbraucherbildung in Schulen“) beschlossen, Verbraucherbildung in Lehr- und Bildungspläne zu integrieren – und sie so zu einem festen Bestandteil des Schulunterrichts zu machen. Neben den Eltern hat nämlich auch die Schule einen in der Verfassung verankerten Erziehungsauftrag. Sie muss Kinder und Jugendliche auf ein eigenverantwortliches Leben vorbereiten – und dazu gehört auch die Fähigkeit, kritisch zu konsumieren.

Surfer haben Rechte – Aufklärungarbeit im Netz

Das Internet bietet uns viele Vorteile: wir können einfach und schnell Kommunizieren, das nächstgelegene Restaurant oder Café finden – und Einkäufe lassen sich bequem online bestellen und nach Hause liefern. Doch neben den vielen Vorteilen, die uns das Netz bietet, lauern auch Gefahren – vor allem für unsere persönlichen Daten. Im digitalen Zeitalter ist der Datenschutz wichtiger als je zuvor.

Nicht selten treten bei der Nutzung des World Wide Web Probleme auf. Häufig benötigen wir dann Rat in rechtlichen Fragen: Wie gehe ich gegen eine Abmahnung vor? Kann ich die im Online-Shop bestellte Ware zurückgeben? Was ist mit Kosten, die durch die Bestellung meines minderjährigen Kindes verursacht wurden, muss ich dafür tatsächlich aufkommen? Es kommt immer auf den Einzelfall an – so die Antwort von Juristen. Daher klärt das Portal unter der Rubrik Rechtliches verständlich darüber auf, wie Sie bei rechtlichen Problemen am besten reagieren sollten.

Daneben hält die Seite auch Musterbriefe, nützliche Checklisten sowie relevante Urteile bereit.

Die Informationsplattform war Teil des Projektes "Verbraucherrechte in der digitalen Welt" der vzbv. Bis Ende 2015 wurde es durch das BMJV gefördert. Das Projekt bietet Basisinformationen über Probleme in der digitalen Welt, die über die aktuelle Berichterstattung, die das ausgelaufene Projekt nicht mehr leistet, weiterhin Bestand haben.

Smartphone und Tablet sicher zu nutzen, hat viele Aspekte: Wie kann man unbeobachtet surfen, telefonieren und Mails verschicken, wie ein Backup seiner Daten anlegen, Kostenfallen vermeiden und sich gegen Diebstahl und Verlust des Gerätes wappnen? Das Internetinformationsportal mobilsicher.de des Vereins irights e.V. de konzentriert sich auf Aufklärungsmaßnahmen rund um die Endgeräte. Es erläutert die wichtigsten Schritte – verlässlich recherchiert und für Laien verständlich dargestellt. Das Projekt wird durch das BMJV gefördert.

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