Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

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Junge Menschen, die auf einer Bank in einer Reihe nebeneinander sitzen, halten ein Smartphone, Tablet oder Laptop in der Hand

Thema Verbraucherschutz Junge Verbraucherpolitik

Verbraucherschutz für junge Menschen hat sich in den letzten Jahren hauptsächlich auf Aspekte des Jugendschutzes oder einer jugendgerechten Verbraucherbildung konzentriert. Die gesellschaftlichen und gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen, wie zum Beispiel der demografische Wandel, die Individualisierung von Lebens- und Konsumstilen, das schwindende Vertrauen in etablierte Institutionen, die Digitalisierung oder die Niedrigzinsphase, lassen jedoch Fragen aufkommen, inwieweit die bisherigen verbraucherpolitischen Maßnahmen und Instrumente noch die passenden Antworten für die junge Generation bieten.

Ob und welcher Handlungsbedarf sich aus diesem veränderten und dichteren Verbraucheralltag von jungen Menschen für die Verbraucherpolitik und den Verbraucherschutz ergibt, ist bislang wenig diskutiert. Daher hat das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) für die Gruppe der 14- bis 30-jährigen Personen in Deutschland verschiedene Maßnahmen und Projekte initiiert und durchgeführt, um mehr über die Lebenswirklichkeiten, die Bedürfnisse und die Wünsche der jungen Verbraucherinnen und Verbraucher zu erfahren. Ziel ist es, auf der Grundlage dieser Aktivitäten, zukünftig die Bedarfe und Vorstellungen junger Verbraucherinnen und Verbraucher in relevanten verbraucherpolitischen Handlungsfeldern aktiv einzubeziehen.

Repräsentative forsa-Umfrage unter der Zielgruppe

Das BMJV hat eine aktuelle forsa-Umfrage zu ausgewählten verbraucherpolitischen Themen und Zukunftserwartungen an die Verbraucherpolitik unter jungen Menschen (14 bis 30 Jahre) beauftragt. Diese gibt eine erste Orientierung zu den ausgewählten Themen Informationsverhalten, Mobilität, Altersvorsorge, Verbraucheralltag.

In der Frage, ob die Bedürfnisse junger Leute in der Verbraucherpolitik alles in allem ausreichend berücksichtigt werden, zeigte sich dabei unter den Befragten ein geteiltes Meinungsbild. 48 Prozent haben den Eindruck, dass die Bedürfnisse der Jüngeren in der Verbraucherpolitik ausreichend Berücksichtigung finden, ebenfalls 48 Prozent sehen dies nicht so. Beim Online-Kauf sind für eine große Mehrheit der Befragten vor allem kurz und verständlich aufbereitete Produktinformationen, eine „Gleichheit“ der Bedingungen bei Online-Shops für alle Nutzer und eine kurze und verständliche Darstellung der Geschäfts- und Lizenzbedingungen wichtig. Die Untersuchung deutet auf einen noch untergeordneten Stellenwert der Sharing Economy auch in der Gruppe der 14- bis 30-Jährigen hin, der am Beispiel der Mobilität untersucht wurde. So halten drei Viertel der Jüngeren etwa den Besitz eines eigenen Autos nach wie vor für erstrebenswert, während nur eine Minderheit von einem Drittel sich mehr Sharing-Angebote wünscht. Beim Thema Finanzen, Versicherungen und Vorsorge gibt gut die Hälfte der jüngeren Generation an, sich bereits mit dem Thema der privaten Altersvorsorge beschäftigt zu haben, wobei der Anteil mit steigendem Alter deutlich zunimmt. Tatsächlich Verträge abgeschlossen hat bislang allerding nur eine Minderheit aller Befragten. Der mit Abstand wichtigste Grund, sich bislang noch nicht mit dem Thema private Altersvorsorge beschäftigt zu haben, ist nach Angaben der Befragten der Umstand, dass man sich noch „zu jung“ fühlt. Dies ist insofern beunruhigend, als ein möglichst früher Einstieg in eine private Vorsorge vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen dürfte.

Im Hinblick auf das Informationsverhalten beim Erwerb von Produkten zeigt die Untersuchung, dass sich die große Mehrheit der Befragten in den meisten Fällen vor dem Kauf eines neuen Produktes über dieses informiert. Insgesamt fühlen sich Jugendliche und junge Erwachsene weit überwiegend im Verbraucheralltag gut gerüstet und den Anforderungen gewachsen und haben Vertrauen in den Staat als Garant für sichere Produkte und Dienstleistungen.

Ergebnisse der forsa-Umfrage

Sekundäranalyse „Junge Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland – Verbraucherpolitische Herausforderungen“ erstellt von Prof. Dr. Tully im Auftrag des BMJV

Die Sekundäranalyse von Herrn Professor Tully fasst aktuelle Entwicklungen zum Jugendalltag und Konsum Jugendlicher und junger Erwachsener überblicksartig zusammen. Dazu wurden vorliegende Jugendstudien und aktuelle jugendbezogene Untersuchungen sowie Veröffentlichungen gesichtet und ausgewertet.

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Zukunftswerkstatt zum Thema „Junge Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen eine junge Verbraucherpolitik?!“ am 7. Juni 2017 im BMJV

Rund 30 Vertreterinnen und Vertreter von Jugendorganisationen, Verbraucherzentralen, Wissenschaft und Politik kamen am 7. Juni 2017 im BMJV zusammen, um über das Thema „Junge Verbraucherinnen und Verbraucher brauchen eine junge Verbraucherpolitik?!“ zu diskutieren. Ziel der Zukunftswerkstatt war es, eine Analyse der Bedürfnisse junger Menschen zwischen 14 und 30 Jahren vorzunehmen, daraus mögliche neue Themenfelder zu identifizieren und erste Ideen für Handlungsempfehlungen für eine „Junge Verbraucherpolitik“ zu erarbeiten.

Junge Konsumwelten - Vortrag von Matthias Rohrer
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Geförderte Projekte

„Verbraucherschutz für junge Leute“ als Themenschwerpunkt im Rahmen der BMJV-Projektförderung „Wirtschaftlicher Verbraucherschutz“

Die aktuelle Förderung der 16 Verbraucherzentralen in den Ländern im Bereich des wirtschaftlichen Verbraucherschutzes durch BMJV richtet sich schwerpunktmäßig auch an junge Verbraucher: In einer Gemeinschaftsaktion werden die Themenbereiche „Umgang mit dem ersten eigenen Geld“ (hier erfolgt u. a. eine Fortsetzung der Aktion „Banktour“ in Schulen) und „Erwachsen werden – Rechte und Pflichten“ zur Vermittlung von Basiskompetenzen im Umgang mit finanziellen und rechtlichen Fragen behandelt.

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Projekt der IJAB – Fachstelle für Internationale Jugendarbeit der Bundesrepublik Deutschland e.V. „WebDays – Jugendliche gestalten die digitale Lebenswelt der Zukunft“

In Anknüpfung an die erfolgreichen Jugendkonferenzen (WebDays) 2015 und 2016 soll Jugendlichen im Alter von 16 bis 21 Jahren eine Internet-Plattform geboten werden, mit der sie professionell unterstützt ihre Vorstellungen und Anliegen zum Daten- und Verbraucherschutz im Netz, zur Netzpolitik und zur digitalen Bildung formulieren und in den politischen Diskurs einbringen können. Gleichzeitig sollen die Jugendlichen zu den genannten Themen eigene elektronische Lernressourcen, sogen. Massive Online Open Courses (MOOCS), entwickeln sowie auch konkrete Projekte für gleichaltrige Jugendliche konzipieren und umsetzen. Dazu sollen die Jugendlichen jährlich eine Konferenz (WebDays) durchführen. Parallel soll in einem kontinuierlichen Prozess das Wissen der Konferenzen in Form von MOOCS gebündelt und einem weiteren Kreis von Jugendlichen zur Verfügung gestellt werden. Interessierte Jugendliche sollen in einem Begleitprozess konkrete Projekte zur Thematik entwickeln und umsetzen.

Das generierte Wissen sowie die im Vorhaben entwickelte Konzeption sollen in einer Abschlussdokumentation nachhaltig gesichert und möglichst verstetigt werden.

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„Monitoring und Bewertung von kindaffinen Apps hinsichtlich Jugend-, Daten- und Verbraucherschutzrisiken sowie Information der Verbraucher“

Das Projekt umfasst das Monitoring und die Bewertung kindaffiner Apps, dies umfasst auch Apps, die ursprünglich nicht für Kinder entwickelt wurden, jedoch häufig von diesen genutzt werden. Dabei legt es den Fokus auf eine integrierte Gesamtschau der Jugend-, Daten- und Verbraucherschutzrisiken. Die Verbraucherinnen und Verbraucher werden sowohl über die Website des Projektträgers jugendschutz.net, als auch über andere reichweitenstarke Plattformen (wie z.B. Schau Hin!, klicksafe, Handysektor) und Multiplikatorennetzwerke darüber informiert, ob eine App als empfehlenswert oder nicht empfehlenswert eingestuft wurde. Außerdem werden Handlungsempfehlungen für Eltern und Kinder gegeben, wie die getesteten Apps kindgerecht eingerichtet und genutzt werden können. Daneben sind die Durchführung eines Eltern-Workshops, die Entwicklung eines Papiers zur sicheren Gestaltung von Apps und Familienbereichen der App-Stores sowie Gespräche mit App-Store-Betreibern und App-Entwicklern Bestandteil des Projekts. Im Rahmen des Projekts haben jugendschutz.net und die Stiftung Warentest gemeinsam 50 Spiele-Apps getestet. Die Ergebnisse sind im Heft Juli 2017 der Stiftung Warentest nachzulesen.

Smartphone und Tablet sicher in Kinderhand
Veranstaltung „App-gezockt und spielend ausgehorcht?“
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