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ein schmutziges Hotelzimmer, mit altem verrotetem Schränkchen und ranzigem Bett

Thema Verbraucherschutz Mängel bei Pauschalreisen

Pauschalreisen sollen eine unkomplizierte Art des Reisens ermöglichen – doch auch solche Urlaubsangebote können Stress bedeuten. Vor allem dann, wenn sich die Zusagen des Reiseveranstalters nicht bewahrheiten.

Ein Beispiel
Das Ehepaar Junker hat sich auf eine Traumreise gefreut. Leider hat sich die Urlaubsvorfreude in Luft aufgelöst. Das Hotel liegt nicht am Strand, sondern an einer Baustelle und das Zimmer gleicht einer Abstellkammer. Das hatte im Reiseprospekt des Veranstalters alles ganz anders geklungen. Glücklicherweise können die Beiden zuhause angekommen einen Teil des Reisepreises zurückverlangen und erhalten sogar zusätzlich eine Entschädigung wegen entgangener Urlaubsfreude.

Davon kann das Ehepaar Junker ein Lied singen. Bei ihnen fing die Reise mit massiver Verspätung an, das Hotel lag nicht - wie versprochen - am Strand und das gebuchte Zimmer mit Meerblick war entgegen der ausdrücklichen Zusage im Reisevertrag auch nicht für sie reserviert. Bei solch ärgerlichen Mängeln und auch bei Totalausfall der Reise stehen Sie als Reisende vor der Frage, welche Rechte Ihnen zustehen. Hier hilft das Bürgerliche Gesetzbuch: Es bietet Ihnen bei Pauschalreisen einen besonderen Schutz.

Unter einer Pauschalreise wird allgemein verstanden, dass mehrere Reiseleistungen, wie beispielweise Flug und Hotelunterkunft verbunden und zu einem Komplettpreis gebucht werden. Es wird nur ein Vertrag mit dem Reiseveranstalter geschlossen.

Angaben müssen stimmen

Grundsätzlich muss der Reiseveranstalter seine Versprechen gegenüber seinen Vertragspartnern, den Reisenden, einhalten. Das gilt auch für Angaben, die in Reiseprospekten gemacht werden. Werden dann während der Reise Abmachungen nicht erfüllt, müssen Sie das nicht einfach hinnehmen. Natürlich ist nicht jedes Ärgernis ein Grund, um Entschädigung zu verlangen. So sind etwa geringe Flugverspätungen, zumutbarer Lärm oder schlechtes Wetter keine Beschwerdegrundlage. Mängelansprüche müssen außerdem grundsätzlich einen Monat nach dem vertraglich vereinbarten Ende der Reise beim Veranstalter angemeldet werden.

Keine Panik bei Reisemängeln

Zunächst einmal sollten Sie sich vor Ort zunächst an den Reiseveranstalter oder seinen Repräsentanten und verlangt die Mangelbeseitigung innerhalb einer angemessenen Frist. Hierzu ist der Reiseveranstalter verpflichtet, wenn die Mangelbeseitigung ohne unverhältnismäßig großen Aufwand möglich ist. Abhilfe kann der Reiseveranstalter auch durch eine gleichwertige Ersatzleistung anbieten. Das Ehepaar Junker könnte zum Beispiel in einem Hotel mit Strandlage und einem Zimmer mit Meerblick untergebracht werden, das zu den Reiseversprechungen passt.

Solange der angezeigte Mangel besteht, können Sie den Reisepreis mindern. Ist das Geld schon im Voraus bezahlt worden, können Sie – je nach Umfang des Mangels – einen mehr oder minder großen Teilbetrag vom Veranstalter zurückfordern.

Bei einem Mangel, der die Reise erheblich beeinträchtigt und der vom Reiseveranstalter nicht beseitigt wurde bzw. werden kann, können Sie den Reisevertrag kündigen. Dieses Recht steht Ihnen auch zu, wenn Sie die Reise aus einem wichtigen und für den Reiseveranstalter erkennbaren Grund nicht fortsetzen können, zum Beispiel weil Sie spezielle Diätkost benötigen. Wenn das vom Veranstalter im Vorfeld versprochen und auf der Reise nicht umgesetzt wird, ist dies ebenfalls ein Mangel. Ist die Rückreise im Vertrag inklusive, muss der Veranstalter auch hier seinen Pflichten nachkommen und sich nach der Kündigung darum kümmern. Der Reiseveranstalter hat nach der Kündigung keinen Anspruch mehr auf den Reisepreis, aber er kann für die Leistungen, die bis zur Beendigung der Reise erbracht werden und für bereits erfolgte Leistungen eine Entschädigung vom Reisenden verlangen.

Wenn Ihre Reise durch einen oder mehrere Mängel erheblich beeinträchtigt wurde, können Sie unabhängig von den bereits erwähnten Rechten gegenüber dem Reiseveranstalter neben Schadensersatz wegen eingetretener Schäden auch Schadensersatz wegen „entgangener Urlaubsfreuden bzw. nutzlos aufgewendeter Urlaubszeit“ geltend machen. Auch das Ehepaar Junker konnte ihren Urlaub wegen Baulärms am Hotel nicht genießen. Wieder zuhause angekommen, fordern sie Schadenersatz. Eine Voraussetzung für einen Schadensersatzanspruch ist, dass der Veranstalter den Mangel verschuldet hat.

Benennung eines Ersatzreisenden

Manchmal kommt es vor, dass man aus persönlichen Gründen die lange geplante Reise nicht antreten kann. Ein Rücktritt ist oft ärgerlich, denn er kann mit hohen Kosten verbunden sein. Eine Alternative hierzu ist die Benennung eines Ersatzreisenden. Sollte zum Beispiel Frau Junker vor Reiseantritt krank werden, sodass sie nicht in der Lage ist, den Urlaub anzutreten, könnte Herr Junker einen Ersatzreisenden benennen.

Sicherheit im Geldbeutel

Besonders geschützt sind Sie auch im Falle einer Insolvenz des Reiseveranstalters. Der Reisepreis muss Ihnen erstattet werden, wenn die Reise deshalb ausfällt. Haben Sie die Reise bereits angetreten, ist der Veranstalter verpflichtet, die Rückreise zu gewährleisten. Reiseveranstalter schließen in der Praxis eine entsprechende Versicherung ab. Reisende erhalten dann einen Sicherungsschein. Zudem muss der Veranstalter Reisende in der Regel über die Möglichkeit einer Reiserücktrittskostenversicherung oder einer Versicherung zur Deckung der Rückführungskosten bei Unfall oder Krankheit informieren.

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Reisezeit - Ihre Rechte

Leider läuft manchmal eine Reise anders als geplant. Diese Broschüre gibt einen Überblick über Ihre wichtigsten Rechte auf Reisen.

Reisezeit - Ihre Rechte (verweist auf: Reisezeit - Ihre Rechte)