Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz

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zwei Hände halten einen grünen Globus

Thema Verbraucherschutz Nachhaltiger Konsum

Damit unsere Marktwirtschaft funktioniert, müssen wir Waren und Dienstleistungen konsumieren. Konsum bedeutet, Interessen, Bedürfnisse und Wünsche zu befriedigen. Ihre Kaufentscheidungen als Verbraucherinnen und Verbraucher beeinflussen, wie nachhaltig die Wirtschaft tatsächlich ist:

Ein Beispiel
Bio-Lebensmittel, nachhaltige Landwirtschaft, fair gehandelter Kaffee und Kakao: Frau Wagner kauft sehr bewusst ein. Sie fährt viel Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln und achtet auch beim Kauf von Kleidung darauf, dass Verarbeitung und Herstellung nach umweltfreundlichen und sozial verträglichen Standards erfolgen. Als Projektmanagerin ist sie in der glücklichen Lage, ihr Bewusstsein für Nachhaltigkeit auch beim Konsum zum Ausdruck bringen zu können. Damit sich auch Menschen mit niedrigem Einkommen nachhaltigen Konsum leisten können, müssen Unternehmens-, Produkt- und Verbraucherpolitik eng miteinander verzahnt werden.

Nachhaltiger Konsum

Mit jedem Kauf nehmen Sie Einfluss darauf, in welchem Maße Ressourcen und Energie verwendet und unter welchen Bedingungen die jeweiligen Produkte hergestellt werden. Besonders vor dem Hintergrund der globalisierten Wirtschaft sollten Sie auch bedenken, dass der Ressourcen- und Energieverbrauch für Waren aus dem entfernten Ausland oft deutlich zu hoch ist und nicht überall menschenwürdige Arbeitsbedingungen und Entlohnung vorherrschen.

Integratives Verständnis

Doch nicht alleine Sie als Verbraucherinnen und Verbraucher sind die Triebfedern für mehr Nachhaltigkeit. Nachhaltiger Konsum verlangt viel mehr ein Zusammenwirken von Unternehmens-, Produkt- und Verbraucherpolitik. Ein nachhaltiges Konsumverhalten setzt voraus, dass nur nachhaltig hergestellte Produkte angeboten und nachgefragt werden. Wann sind Produkte wirklich glaubwürdig nachhaltig? Beispielsweise, wenn sie mit deutlich gesenktem Ressourcen- und Energieverbrauch bei minimalen Umweltbelastungen und unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen mit gerechter Entlohnung hergestellt werden.

Auch die Finanz- und Sozialpolitik ist gefragt: Denn solange nachhaltige Produkte - also etwa national hergestellte BIO-Lebensmittel und Bekleidung - teurer sind als nicht-nachhaltige, werden sich nicht alle Verbraucherinnen und Verbraucher den „Luxus“ nachhaltiger Waren leisten können. Es gilt also zu überlegen, wie nachhaltiger Konsum bei Menschen mit geringeren wirtschaftlichen Möglichkeiten gefördert werden kann.

„Gebrauchen aber nicht verbrauchen“

In der Koalitionsvereinbarung wurde der grundlegende Gedanke von „Gebrauchen aber nicht verbrauchen“ festgehalten. Denn eine nachhaltige Welt erfordert, vorhandene Ressourcen zur Herstellung von Produkten nur soweit einzusetzen, dass sie sich wieder regenerieren können. Dies ist in den Industrieländern jedoch noch lange nicht der Fall. Die meisten Produkte werden nach ihrer Benutzung deponiert oder verbrannt. Dies entspricht nicht den Prinzipien der Nachhaltigkeit und gibt vor allen Dingen ein schlechtes Beispiel für die entstehenden Mittelschichten in den Schwellen- und Entwicklungsländern hat.

Für die Verbraucherpolitik und den Verbraucherschutz in Deutschland hingegen muss gelten: Ein der nachhaltigen Entwicklung verpflichteter Verbraucherschutz wird denjenigen Konsumenten besonders schützen, der bewusst entscheidet, ob er lokal, ressourcenschonend und bewusst einkauft. Derzeit schafft die Verbraucherschutzpolitik die Voraussetzungen, Instrumente und Institutionen, um Nachhaltigkeit in der Verbraucherpolitik zu ermöglichen.

Nachhaltiger Konsum als Innovationstreiber

Die Änderung des Konsums in Richtung Nachhaltigkeit kann zugleich Raum für Innovationen schaffen. Um Nachhaltigkeitsstandards bei der Produktherstellung und im Produktdesign, in der Unternehmensführung und im Verbraucher-/Nutzerverhalten einzuhalten, kann nachhaltiger Konsum technische (z.B. beim Produktdesign), ökonomische (z.B. in der Handelspolitik), soziale (z.B. bei den Arbeitsbedingungen) und politische (z.B. bei der Achtung der Menschenrechte) Innovationen hervorbringen. Nachhaltiger Konsum kann und wird sich somit als Treiber für den Fortschritt erweisen.

weiteres

Rede von Ulrich Kelber, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz: "Weiterentwicklung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie"

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