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Thema Verbraucherschutz Beschwerden/Schlichtung

Schlichtung ist ein Mittel zur Streitbeilegung. Ein unabhängiger Dritter prüft einen Konflikt und bietet den beiden Streitparteien einen Lösungsvorschlag an. Das passiert außergerichtlich und auf freiwilliger Basis.

In der Regel lohnt sich der Gang zur Schlichtungsstelle für den Verbraucher, denn die Kosten am Schlichtungsverfahren tragen die Unternehmen, die am Schlichtungsverfahren teilnehmen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist das Verfahren kostenfrei. Der Verbraucher trägt nur die eigenen Kosten (wie z. B. Porto). Die Bearbeitungszeit beträgt in der Regel bis zu drei Monaten. Ein Schlichtungsverfahren kann jederzeit beendet oder unterbrochen werden.

Wann ist eine Schlichtung möglich?

Eine Schlichtung ist dann möglich, wenn sich das Unternehmen zur Teilnahme an dem Schlichtungsverfahren bereit erklärt oder dazu verpflichtet ist. Der Verbraucher muss sich zunächst mit der Beschwerde an das betreffende Unternehmen wenden. Eine vorherige erfolglose Beschwerde beim Unternehmen ist eine Zulässigkeitsvoraussetzung für das Schlichtungsverfahren In bestimmten Fällen behandelt die Schlichtungsstelle den Streitfall nicht (mehr). So wenn in dem Streitfall bereits ein Gericht angerufen wurde oder während des Schlichtungsverfahrens angerufen wird.

Ein Beschwerdeantrag kann per Post, per Mail oder online bei der Schlichtungsstelle gestellt werden.

Ergebnis einer Schlichtung

Nachdem der Beschwerdeantrag bei der Schlichtungsstelle eingegangen ist, wird dem Unternehmen Zeit zur Stellungnahme gegeben. Am Ende der Schlichtung macht der Schlichter einen Schlichtungsvorschlag. Verbraucherinnen und Verbraucher haben dann die Wahl: Sie können den Schlichtungsvorschlag annehmen oder nicht, in letzterem Fall können sie sich alternativ auch an ein Gericht wenden. Auch Unternehmen sind bei der Annahme der Schlichtungsvorschläge grundsätzlich frei, wenn sie nicht verpflichtet sind oder sich verpflichtet haben, Schlichtersprüche als verbindlich anzunehmen. Beispielsweise sind Entscheidungen des Versicherungsombudsmanns – wie bei Tim und Monika – bis zu einem Streitwert von 10.000 Euro für den Versicherer, der sich der Schlichtungsstelle angeschlossen hat, verbindlich.

Für Sie als Betroffene lohnt sich der Gang zur Schlichtungsstelle auch, wenn Sie den Schlichterspruch nicht annehmen. Sie können die Rechts- und Sachlage Ihres Problems nun besser einordnen und auch Ihre Chancen vor Gericht besser abschätzen.

Foto: photocase.de

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