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Eine junge Frau hält ein Mobiltelefon am Ohr. Im Hintergrund fährt ein Bus durchs Bild.

Thema Verbraucherschutz Roaming

Roaminggebühren innerhalb der EU werden ab 15.6.2017 abgeschafft.

Roaming bedeutet: im Ausland über ein fremdes Mobilnetz telefonieren, surfen oder SMS schreiben. Hierfür berechneten die Mobilfunkanbieter bisher höhere Tarife als zu Hause. Diese Roaminggebühren waren auf Druck der EU-Kommission schon in den vergangenen zehn Jahren stark gefallen und werden jetzt gemäß den Vorgaben der Roaming-Verordnung von 2015 abgeschafft.

Ab dem 15. Juni 2017 entfallen innerhalb der EU die Roaminggebühren - Handynutzer können bei Reisen in andere EU-Länder ohne zusätzliche Gebühren telefonieren, SMS senden oder im Netz surfen. Auch bei eingehenden Anrufen im Ausland werden keine zusätzlichen Gebühren fällig. Es gibt aber Ausnahmen.

Die wichtigsten Punkte der neuen Roaming-Regelung lauten:

  1. Als Roaming gelten nur Telefonate, SMS und Datenübertragungen im Ausland, eingewählt in einem Mobilfunknetz des Reiselandes. Telefonieren von Deutschland ins Ausland ist kein Roaming, vom Ausland (siehe Punkt 2.) nach Deutschland aber schon.
  2. Die neue Roaming-Regelung gilt für die EU (bis März 2019 auch noch in Großbritannien) und für Liechtenstein, Island und Norwegen. Die Neuregelung gilt nicht in der Schweiz oder in der Türkei. Auch auf Kreuzfahrtschiffen, Fähren und in Flugzeugen gelten die Regelungen der Roaming-Verordnung nicht, es können hier daher enorme Kosten entstehen.
  3. Es gilt prinzipiell der Grundsatz „Roaming zu Inlandspreisen“: Das bedeutet, dass die im Tarifpaket enthaltenen Freieinheiten im EU-Ausland wie zu Hause genutzt werden können. Bei Tarifen ohne Freieinheiten fallen für verbrauchte Minuten, SMS und Datenvolumen die gleichen Kosten wie im Inland an.
  4. Internetanbieter erhalten die Möglichkeit, das Datenlimit für die Internetnutzung im Ausland zu begrenzen und das Datenvolumen, das darüber hinaus geht, extra zu berechnen (derzeit 7,70 plus MWSt pro GB). Dies wird vor allem bei günstigen Tarifen mit hohem Datenvolumen der Fall sein. Darüber, ob es für den Tarif ein Limit gibt und wenn ja, wie hoch das Datenvolumen ist, das der Kunde im EU-Ausland aufschlagsfrei nutzen kann, muss der Anbieter den Kunden informieren. Wenn das Volumen ausgeschöpft ist, muss der Anbieter eine Information per SMS schicken.
  5. Zudem gilt wie bisher, dass Anbieter eine Kostengrenze für Datenroaming bei höchstens 60 Euro anbieten müssen. Sind 80 bzw. 100 Prozent dieser Kostengrenze verbraucht, muss der Anbieter den Verbraucher per SMS benachrichtigen. In dieser Nachricht steht, was getan werden muss, um Datenroaming weiter nutzen zu können. Ansonsten werden Datendienste bis zum Ende der Rechnungsperiode gesperrt.
  6. Die “Fair Use-Regelung“ soll es den Anbietern ermöglichen, Missbrauch zu verhindern: Damit soll verhindert werden, dass Verbraucher in einem Land leben, aber einen günstigeren Vertrag eines anderen EU-Landes dauerhaft nutzen. Sollte der Verbraucher innerhalb von vier Monaten mehr Zeit im EU-Ausland verbringen und in dieser Zeit mehr telefonieren, SMS schreiben oder surfen als im heimatlichen nationalen Netz, können nach 14-tägiger Warnfrist Extra-Gebühren auferlegt werden (max. 3,2 Cent pro Minute des Anrufs und 1 Cent pro SMS). Die Kosten für mobiles Internet bei Missbrauch sinken stufenweise von zunächst 7,70 pro GB auf schließlich noch 2,50 pro GB ab 1.1.2022
  7. Telekommunikationsunternehmen können auch Tarife ohne Auslandsnutzung anbieten. Diese SIM-Karten funktionieren im Ausland gar nicht. Erkundigen Sie sich daher vor Vertragsabschluss darüber, ob Ihr Vertrag Roaming beinhaltet.

    Foto: Thinkstock / iStock

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