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Eine junge Frau hält ein Mobiltelefon am Ohr. Im Hintergrund fährt ein Bus durchs Bild.

Thema Verbraucherschutz Roaming

Mit Roaming ist die Nutzung eines Mobilfunkgeräts im Ausland gemeint. Dank der EU-Roaming-Verordnung gibt es in den 28 Mitgliedsländern der EU einen einheitlichen Eurotarif für Roaming.

Dieser Eurotarif findet bei einer Nutzung des Handys im EU-Ausland automatisch Anwendung, es sei denn, der Kunde hat sich für einen besonderen abweichenden Tarif entschieden. Der Eurotarif gilt sowohl im Rahmen von Vertrags- als auch im Rahmen von Prepaid-Tarifen.

Im Rahmen des Eurotarifs gelten bestimmte Aufschläge. Diese erleichtern es, den Überblick über die anfallenden Kosten zu behalten. Datenroaming kostet nach dem Eurotarif maximal fünf Cent pro Megabyte Aufschlag zum nationalen Tarif (ab 30. April 2016). Beim Telefonieren liegt der Aufschlag bei fünf Cent pro Minute auf den nationalen Tarif. Wenn Sie eine SMS versenden möchten, müssen Sie dafür zwei Cent Aufschlag bezahlen. Eingehende Anrufe kosten 1,14 Cent die Minute, hier beträgt der Inlandstarif 0 Cent. Hinzu kommt jeweils noch die Mehrwertsteuer. Bis Mitte 2017 sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass Roaming-Kosten innerhalb der EU ganz wegfallen. Außerhalb der EU ist weiterhin Vorsicht vor hohen Preisen geboten. Dies gilt ganz besonders für das Herunterladen von Daten aus dem Internet, zum Beispiel das Lesen von E-Mails. Hier fallen teilweise extrem hohe Beträge an. Wenn das Handy so eingestellt ist, dass es automatisch E-Mails herunterlädt, sollten Sie diese Einstellung vor dem Urlaub ändern.

Darüber hinaus ist das Datenvolumen, dass heruntergeladen werden kann, im Wert weltweit auf 50 Euro (oder den Gegenwert in einer anderen Währung) begrenzt, sofern mit dem Mobilfunkbetreiber keine andere Obergrenze vereinbart ist. Außerdem erhalten die Kunden eine Warnung, sobald sie 80 Prozent dieses vereinbarten Grenzwertes erreicht haben.

Roaming außerhalb der EU

Auch für das Roaming außerhalb der EU trifft die Roaming-Verordnung Maßnahmen, die Verbraucherinnen und Verbraucher vor unerwartet hohen Kosten schützen sollen. So sind dort für Sprach- und SMS- sowie für Daten-Roaming-Dienste weitgehende Preisinformationspflichten der Unternehmen vorgesehen. Der Kunde muss bei Grenzübertritt eine automatische Mitteilung über die Preise erhalten. Der so genannte Kosten-Airbag beim Datenroaming greift grundsätzlich auch außerhalb der EU. Nach dieser Regelung sind die Roaminganbieter verpflichtet, Mobilfunkkunden die Einrichtung eines Höchstbetrags für Datenroaming von bis zu 50 Euro (ohne Mehrwertsteuer) zu ermöglichen. Die Datennutzung wird nach Erreichen des Höchstbetrags nur weiter ausgeführt, wenn die Kunden ausdrücklich erklären, dass sie weiterhin das Datenroaming nutzen möchte und er über die Bedingungen der weiteren Datennutzung informiert worden ist. Zudem erhält der Kunde bereits wenn 80 Prozent des Höchstbetrags erreicht sind eine erste Mitteilung. Allerdings finden die Regelungen zum Höchstbetrag im Ausland keine Anwendung, wenn der dortige Netzbetreiber es nicht zulässt, dass der Roaminganbieter das Nutzerverhalten seines Kunden in Echtzeit überwacht.

Foto: Thinkstock / iStock

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