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Eine Sammlung von Akten.

Thema Verbraucherschutz Ihr Recht an Ihren Daten - So erhalten Sie Auskunft

Jedes Unternehmen und jede Behörde muss Ihnen auf Ihre Anfrage hin sämtliche Daten, die über Sie gespeichert sind, schriftlich nennen. Sie haben auch das Recht zu erfahren, woher das Unternehmen diese gespeicherten Daten hat, an wen diese Daten von dort weitergeleitet wurden und zu welchen Zwecken die Daten gespeichert werden.

Persönlichkeitsschutz durch Datenschutz

Bei der gezielten Suche nach Informationen ist das Internet zur wichtigsten Quelle geworden. Ob für die Bestellung einer neuen Waschmaschine über den Online-Versandhandel oder für die Suche nach der nächstgelegenen KITA – mittlerweile nutzen 82 % der Deutschen das Internet (Stand 1. Quartal 2015). Und auch bei den über 65-Jährigen, bewegen sich 67% fast täglich im Netz. Doch, so groß der Nutzen des World Wide Web auch ist, das Internet birgt auch Risiken – und zwar für unser Persönlichkeitsrecht und den Schutz unserer Daten.

Durch die Eingabe oder das automatische Erfassen von Eigenschaften, Vorlieben oder Verhaltensweisen ermöglichen wir es Unternehmen, ein umfassendes Persönlichkeitsprofil über uns zu erstellen. Besonders personenbezogene Daten lassen wichtige Rückschlüsse auf unsere Persönlichkeit zu. Personenbezogen sind Daten immer dann, wenn mit ihrer Hilfe ein Bezug zu einer konkreten Person hergestellt werden kann – beispielsweise durch die Zuordnung zu einer Kennnummer oder Eigenschaften, die Ausdruck ihrer Identität sind.

Das Bundesdatenschutz (BDSG) schützt unser allgemeines Persönlichkeitsrecht und unser Recht auf Selbstbestimmung, indem es für die Verarbeitung personenbezogener Daten rechtliche Voraussetzungen und Grenzen setzt. Selbstbestimmung meint hier, dass jeder Nutzer selbst bestimmen kann, welche Informationen über ihn vorhanden sind und wer was über ihn weiß. Ein Recht der Verbraucher besteht darin, dass das BDSG uns bestimmte Auskunftsansprüche gewährt – und öffentliche sowie nicht-öffentliche Stellen verpflichtet, diesen Auskunftsansprüchen nachzukommen.

Auskunft über gespeicherte Daten

Welche Daten ein Unternehmen über uns gespeichert hat, muss es auf Nachfrage hin mitteilen. Nach dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) haben Sie einen Anspruch darauf, zu erfahren,

• welche Daten über Ihre Person gespeichert sind,
• woher das betreffende Unternehmen diese Daten hat,
• an wen die Daten weitergegeben wurden und
• zu welchem Zweck sie gespeichert wurden (§ 34 BDSG).

Möchten Sie diese Informationen erhalten, müssen Sie sich schriftlich an das betreffende Unternehmen wenden und – unter Verweis auf ihren Anspruch nach § 34 BDSG – Auskunft über Ihre gespeicherten Daten verlangen. Setzen Sie dem Unternehmen dazu eine angemessene Frist (zwei bis drei Wochen). Sicherheitshalber sollten Sie das Schreiben per Einschreiben oder mittels Fax mit Sendebestätigung abschicken.

Auch können Sie sich gegen die werbliche Nutzung Ihrer Daten wenden. Musterschreiben zu Auskunftsersuchen und Widerspruch zur werblichen Nutzung finden Sie auf den Seiten der Verbraucherzentralen und einiger Datenschutzbeauftragter.

Reagiert das Unternehmen nicht auf Ihre Anfrage, können Sie sich an die zuständige Aufsichtsbehörde für den Datenschutz wenden. Deren Zuständigkeit richtet sich nach dem Bundesland, in dem das Unternehmen seinen Sitz hat. Eine Liste der Kontaktdaten der Datenschutzbeauftragen der einzelnen Bundesländer für den nicht-öffentlichen Bereich finden Sie beim Bundesbeauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit.

Auskunft über gespeicherte Daten bei Facebook

Auch gegenüber Facebook haben Sie einen Anspruch darauf, zu erfahren, welche Daten über Sie gespeichert werden. Dieser ergibt sich gegenwärtig aus der EU-Datenschutz-Richtlinie und den nationalen Datenschutzgesetzen der Mitgliedstaaten zur Umsetzung dieser Richtlinie. Ab Mai 2018 ist der Auskunftsanspruch europaweit einheitlich in der EU-Datenschutz-Grundverordnung geregelt. Neben der Anfrage an das Unternehmen können Sie sich auch selbst einen Überblick mittels des elektronischen Abrufs verschaffen. Das entsprechende Download-Tool finden Sie ganz unten am Ende der Seite, unter dem Button „Datenschutz“. Wählen Sie die letzte Überschrift „Interaktive Funktionen“ aus, und lassen Sie sich einen Teil Ihrer Daten durch einen Klick auf „Lade deine Daten herunter“ anzeigen.

Informationen darüber, wann man beispielsweise einen „Gefällt mir“ Button geklickt hat, oder wann welche Freunde hinzugekommen sind, erfahren Sie im Aktivitätenprotokoll, das sich auf Ihrer eigenen Startseite (Profilseite) unter dem gleichnamigen Button befindet.

Auch wenn Sie selbst kein Facebook nutzen, trotzdem aber vermuten, dass Daten über Sie in dem Netzwerk gespeichert sind – z.B. weil Freunde ihre Adressbücher dorthin übertragen haben – können Sie einen Antrag auf Herausgabe der persönlichen Daten stellen.

Neben diesen Möglichkeiten zur Abfrage finden Sie auch in den Datenschutzbestimmungen des jeweiligen Unternehmens Informationen über Art, Umfang und Zweck der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten – und auch, ob die Daten an Dritte weitergegeben werden.

Vermeiden Sie im Internet unnötige Angaben über sich

Geben Sie bei Anmeldungen oder Bestellungen so wenige Daten wie möglich an.

Frau Meier hat das neue Buch ihres britischen Lieblingsschriftstellers entdeckt. In Deutschland eher unbekannt, führt es nicht jede Buchhandlung in ihrem Sortiment. Von ihrer Tochter erfährt Frau Meier, dass sie die Abhandlung auch online über den Versandhandel bestellen kann. Frau Meier ruft die genannte Seite auf. Schnell wird sie fündig. Nachdem sie das Buch in ihren Warenkorb gelegt hat, taucht eine Seite mit leeren Feldern auf. Frau Meier soll darin verschiedene Angaben eintragen; Neben Bankverbindung, Rechnungs- und Lieferadresse, wird sie auch nach ihrem Geburtsdatum, dem Geschlecht und der bevorzugten Buchgattung gefragt. Frau Meier füllt alle Felder sorgfältig aus und schickt die Bestellung ab. Erst im Nachhinein wird sie misstrauisch: Hätten all diese Daten tatsächlich angeben werden müssen?

Für eine Bestellung bei einem Online-Versandhandel hätten Angaben über Zahlungsmodalitäten, Rechnungs- und Lieferadresse genügt. Das Geburtsdatum ist nicht zwangsläufig von Bedeutung, könnte aber Einfluss auf die Zahlungsmodalitäten (z.B. auf Rechnung) haben. Trotzdem wird es von Unternehmen häufig abgefragt. Angaben über Geschlecht oder das bevorzugte Genre ermöglichen Unternehmen genauere Einblicke in unser Leben. Mit Hilfe dieser Angaben können sie ihre Werbung noch gezielter gestalten – und so wiederum ihre Verkaufschancen erhöhen. Auch lassen sich solche Daten mit persönlichen Angaben gewinnbringend an andere Unternehmen weiterverkaufen. Achten Sie daher stets darauf, welche Felder Pflichtfelder – also zwingend von Ihnen auszufüllen – und welche nicht, also nur optional sind.

Sicheres Surfen im Netz

Vermeiden Sie Datenspuren im Netz durch „datenarmes Surfen“. Haben Sie sich schon einmal selbst gegoogelt? Um zu erfahren, welche Daten über Sie im Netz gespeichert sind, können Sie einfach einmal Ihren eigenen Namen in eine Suchmaschine eingeben. Diese listet Ihnen dann alle Ergebnisse auf, die zu Ihnen im Internet gefunden wurden. Klicken Sie auch auf „Bilder“, um zu sehen, ob und wenn ja, welche Fotos von Ihnen im Netz kursieren.

Um sicher im Internet unterwegs zu sein, können Sie ein paar Vorkehrungen treffen: Installieren Sie beispielsweise die Sicherheitsaktualisierungen Ihres Browers regelmäßig. Und schauen Sie sich auch die Voreinstellungen an. Was sagen sie über die Verwendung von Cookies, Pop-up-Fenstern und Co?

Auch beim Versenden und Empfangen von E-Mails sollten Sie wachsam sein. –Da Ihre E-Mails auf dem Server Ihres Anbieters gespeichert werden, sollten Sie diesen Anbieter sorgfältig auswählen. Werfen Sie dazu einen Blick auf seine allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB).

Wenn Sie wirklich sicher gehen wollen, dass Ihre E-Mails außer Ihnen und dem Empfänger niemand mitliest, sollten Sie Ihre Nachrichten verschlüsseln und signieren. Einige Anbieter haben bereits eine sehr einfache, optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in ihre E-Mail-Produkte integriert, die Sie auf komfortable Weise standardmäßig nutzen können.

Sicher in sozialen Netzwerken

Gerade soziale Netzwerke wie Facebook und Co. speichern viele unserer persönlichen Daten.
Nach dem Telemediengesetz (TMG) sind Diensteanbieter dazu verpflichtet, die Nutzung – soweit technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar – anonym oder unter Pseudonym zu ermöglichen. Dennoch verlangen viele soziale Netzwerke für die Anmeldung den echten Namen.
Diesen „Klarnamenzwang“ nutzt auch Facebook. Das Unternehmen prüft bei einer Anmeldung die Echtheit eines Namens – und sperrt den entsprechenden Account, sollte sich der Name als falsch herausstellen. Ob dieses Vorgehen von Facebook rechtmäßig ist, wird gegenwärtig von Gerichten geprüft.
Werfen Sie auch einen Blick in die Nutzungsbedingungen der Anbieter. Vieles ist den meisten Nutzern von sozialen Netzwerken gar nicht bewusst.

Sichere Nutzung von Apps

Wenn Sie auf Smartphone oder Tablet Apps (mobile Applikationen) herunterladen und nutzen, wird eine Reihe von personenbezogenen Daten verarbeitet. So kann es sein, dass beim Download einer App die Daten aus Ihrem persönlichen Adressbuch auf einem anderen Server gespeichert und ausgewertet werden. Häufig verlangen die Apps die Einwilligung in die Verarbeitung personenbezogener Daten, die für die Nutzung der App nicht erforderlich sind. Warum muss eine Taschenlampen-App auf Ihr persönliches Adressbuch zugreifen oder die Geolokalisierung aktivieren? Da Sie das mobile Endgerät ständig bei sich tragen, können besonders sensible Daten wie z.B. Ihre Aufenthaltsorte betroffen sein. Daraus lässt sich ein umfassendes Bewegungsprofil des Nutzers erstellen. Informieren Sie sich vor dem Herunterladen einer App über die Datenverarbeitung. Erteilen Sie nur die Einwilligung für solche Datenverarbeitungen, die für die Nutzung der App erforderlich sind.

Nutzung verschiedener Internet-Dienste aus einer Hand

Manche Unternehmen bieten verschiedene Internet-Dienste aus einer Hand an, so z.B. Google, Apple oder Microsoft. So kann man beispielsweise mit Google mit den verschiedenen Google-Diensten eine Suchmaschine nutzen, sich Karten anschauen, eine App aus dem App-Store herunterladen oder E-Mails versenden und empfangen. Was auf den ersten Blick für den Nutzer vielleicht praktisch erscheinen mag, birgt auch Gefahren: Anhand der zusammengelegten Nutzerdaten können Unternehmen umfangreiche Persönlichkeitsprofile erstellen. Verwendet man einen Dienst anonym, einen anderen Dienst desselben Anbieters aber unter dem richtigen Namen, werden diese Angaben zusammengelegt und sozusagen „ent-anonymisiert“. Aus Datenschutzsicht ist es daher besser, für unterschiedliche Dienste unterschiedliche Anbieter zu nutzen.

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Rechtliches und Gesetze

Broschüre zum Thema

Wegweiser durch die digitale Welt

Diese Broschüre baut auf den Erfahrungen älterer Internetnutzerinnen und -nutzer auf und zeigt mit Förderung durch das Bundesverbraucherministerium, welche Vorteile die Nutzung der digitalen Welt bringen kann. Die 7. Auflage der Broschüre ist im April 2014 erschienen.


Eine Hörfassung, die die BAGSO mit dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) und der Deutschen Blindenstudienanstalt (blista) erstellte, wendet sich an blinde und sehbehinderte Personen.

Wegweiser durch die digitale Welt für ältere Bürgerinnen und Bürger (verweist auf: Wegweiser durch die digitale Welt)